Argentinien mit unserem Womo

 

162 Tage, fast ein halbes Jahr, sind wir mit unserem Wohnmobil durch Argentinien gereist, im Zeitraum von Ende August bis Mitte April, also Winter-Ende, Frühling, Sommer und Herbst in Südamerika. Diese mehr als fünf Monate waren Teil einer neunmonatigen Rundreise durch das südliche Südamerika. In vier Etappen haben wir die gut 22 Wochen in Argentinien aufgeteilt; vorher und im Anschluss haben wir Uruguay bereist, zwischendurch in ebenfalls vier Etappen Chile. 121 Blog-Beiträge (einschließlich diesem) haben wir aus Argentinien veröffentlicht, mit einer Fülle an Informationen und sehr vielen, teils spektakulären Fotos.

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Reiseroute

Nach rund drei Wochen durch Uruguay sind wir erstmalig in Argentinien eingereist, am Stausee Salto Grande bei Concordia. Unsere ersten Ziele waren Wasserfälle, u. A. der längste Längswasserfall der Welt sowie einer der größten überhaupt, die Wasserfälle des Rio Iguazú, beide auf der Grenze zu Brasilien.

Von dort zu den Hochebenen und Schluchten in den nordwestlichen Provinzen Argentiniens haben uns unterwegs der Chaco Nationalpark und ein Meteoritenfeld begeistert. In den Provinzen Salto und Jujuy waren dann die indigene Ruinenstadt Quilmes, die Quebradas (Schluchten) de las Flechas, de las Conchas und de Humahuaca sowie der (Kaktus-)Nationalpark Los Cardones landschaftlich besonders spektakuläre Reiseziele.

Mit Orientierung an der berühmten Ruta 40 ging die Reise in Richtung Süden weiter, am Ostrand der Anden durch die Provinzen La Rioja, San Juan und Mendoza, jeweils mit sehenswerten Felslandschaften. Höhepunkt war hier schließlich der Cañon del Atuel bei San Rafael.

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Dort haben wir die Richtung geändert und sind quer durch die Pampa nach Südosten zum Atlantik gefahren. Entlang der Atlantikküste Patagoniens gab es im Frühling hinreißende Tierbeobachtungen, u.A. Felsensittiche, Seelöwen und See-Elfanten, Wale mit Jungtieren, brütende Pinguine, Nandus und zahllose Guanakos sowie Magellan-Gänse und Flamingos. Auch außergewöhnliche Landschaften haben wir dort entlang der Ruta 3 gesehen.

Nach einer kurzen Etappe im chilenischen haben wir den argentinischen Teil Feuerlands bereist, über die südlichen Anden, bis zur südlichsten Stadt der Welt, Ushuaia, und zum Ende der Straße im Nationalpark Feuerland.

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Wieder zurück durch das südliche chilenische Patagonien haben wir zu Beginn des Sommers den landschaftlich reizvollen argentinischen Südwesten Patagoniens bereist. Von Süd nach Nord waren hier der Perito-Moreno-Gletscher, El Chaltén mit dem FitzRoy-Massiv, und die Höhle der Hände einige der absoluten Höhepunkte der Reise. Dazu zählen auch die Landschaften entlang der Ruta 41 in der Provinz Santa Cruz, auf der wir zu Weihnachten gefahren sind.

Nach einem weiteren Abstecher durch Chile haben wir uns wieder an der Ruta 40 weiter nach Norden orientiert, im Hochsommer durch die patagonische Provinz Neuquén. Araukarien-Wälder, der Ausfall unserer Lichtmaschine sowie Erosions- und Vulkanlandschaften waren dort die Aufreger. In der Provinz Mendoza haben wir ein Vulkan- und Lava-Gebiet durchquert, sind vor einem Unwetter “geflohen”, auf der Straße der 365 Kurven über einen 3.000 m hohen Pass und über den ähnlich hohen Bermejo-Pass nochmal nach Chile gefahren.

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Wieder im Nordwesten, am 4.200 m hohen Jama-Pass, sind wir, von Chile kommend, zum letzten Mal nach Argentinien eingereist, erneut in die Provinz Jujuy. Wenig später haben wir die riesige schneeweiße Fläche der Salinas Grandes überquert. Dann haben wir unsere Aktivitäten rund 1.700 km weiter südlich, in den Provinzen La Pampa und Buenos Aires fortgesetzt. “Lost Places” und Naturschönheiten haben wir dort entdeckt. Schließlich war der Nationalpark El Palmar in der Provinz Entre Rios ein Highlight, bevor wir, wieder am Embalse Salto Grande, endgültig Argentinien verlassen haben.

Wie auf anderen Reisen, sind wir auch diesmal Umwege und Abstecher gefahren, um Leuchttürme für die Sammlung des Herumkommers zu fotografieren. Das war nicht jedesmal erfolgreich, weil viele Leuchttürme mit einem Landfahrzeug nicht oder nur unter Strapazen erreichbar sind.

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Klima und Wetter

In den nördlichen bereisten Regionen waren selbst das Ende des Winters und der Vorfrühling recht warm. In den Provinzen La Rioja, San Juan, Mendoza und La Pampa wurde es im Frühling schon heiß.

An der Atlantikküste und im Süden von Patagonien war der Frühling kühler. Patagonien könnte auch “Starkwind” heißen. Insbesondere in Feuerland wehte mehrfach ein so kräftiger Wind mit heftigen Böen, dass wir über lange Strecken nicht schneller als 60 km/h fahren konnten. Sonst wäre möglicherweise das Womo von der Straße geweht worden!

Naturgemäß wurde es auf der Route nach Norden wieder wärmer, zumal im Sommer. Regen war sehr selten. Am Ende des Sommers, nach einer mehrtägigen Hitzewelle im Landesinneren, hat es mehr als 24 Stunden mit nur ein paar kurzen Unterbrechungen sehr ergiebig geregnet.

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Reiseland Argentinien

Als angenehmes und völlig sicheres Reiseland haben wir Argentinien erlebt. Die Lenkradkralle haben wir nicht benutzt. Allerdings haben wir große Städte und insbesondere die Hauptstadt Buenos Aires gemieden. Vor der Stadt San Miguel de Tucumán, Hauptstadt der Provinz Tucumán, wurden wir wegen hoher Kriminalität gewarnt.

Unsere Spanisch-Kenntnisse beschränken sich auf ein paar Worte und Begriffe. Und obwohl es schwierig ist, jemanden zu finden, der Englisch spricht, geschweige denn Deutsch, war die notwendige Kommunikation kein Problem. Die Menschen in Argentinien sind uns uns freundlich, aufgeschlossen, entgegenkommend, oft enthusiastisch und immer hilfsbereit begegnet.

Diese Erfahrungen wurden bei Krims Krankenhausaufenthalt und Ad-Hoc-Operation noch übertroffen: Alle Ärzte und das weitere Krankenhauspersonal haben nicht nur absolut professionell gearbeitet, sie waren auch Vorbilder in Freundlichkeit und Fürsorge. Damit haben sie definitiv den Heilungsprozess begünstigt. Außerdem hatten wir die unvergleichliche Unterstützung durch die junge Ana (siehe Reisebekanntschaften), die wir seitdem zu unseren Freunden zählen.

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Die Verkehrsinfrastruktur in Argentinien ist schlechter, als z.B. im Nachbarland Chile. Sehr viele untergeordnete Straßen sind nicht ausgebaut, also Schotter- und Erdstraßen sowie herunter gekommene oder schlecht reparierte Asphaltstraßen. Schlaglöcher, auch gefährlich große und tiefe, sind allgegenwärtig. Wir kennen kein europäisches Land mit so schlechten Straßenverhältnissen.

Die argentinischen Autofahrer fahren überwiegend angenehm, rücksichtsvoll und geduldig, sie regen sich über nichts auf, hupen nicht. Sie sind aber auch jederzeit fähig, mit langsam Fahren beliebig viele andere Verkehrsteilnehmer aufzuhalten. Das sind sie ohnehin von Straßenkontrollen gewohnt, die es immer und überall gibt.

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An Provinzgrenzen, möglichst auf beiden Seiten, an Ortseinfahrten aber auch überall sonst und ohne erkennbaren Grund stehen Polizeiposten und sorgen dafür, dass der Verkehr nicht fließt. Da gibt es Bundespolizei, Nationale Gendarmerie, Verkehrspolizei, Provinzpolizeien und Gemeinde- oder städtische Polizei. Sie alle haben ihre Checkpoints, permanente oder temporäre. Als Ausländer wurden wir nur selten angehalten. Auf meine Frage: „Do you speak english?“ konnten nur wenige Polizisten positiv antworten. Und so haben die meisten uns lieber durchgewunken, als sich zu blamieren.

Aber es gibt weitere Kontrollen. Insbesondere an einigen Provinzgrenzen werden Fahrzeuge kontrolliert, ob sie Obst, Gemüse oder Fleisch mit sich führen. In die Provinz Tucumán dürfen keine Zitrusfrüchte eingeführt werden. Damit sollen angeblich die dortigen Zitrusplantagen geschützt werden. Wir waren noch naiv und haben dem Kontrolleur unsere drei Orangen gezeigt. Als er sie konfiszieren wollte, habe ich ihm gesagt, das sei „gaga“ und „loco“ (verrückt). Krim behauptet, ich hätte dabei ein furchterregendes Gesicht gemacht. Der Kontrolleur hatte ein Einsehen und wir durften die Orangen behalten. Bei späteren Kontrollen haben wir immer mit Unschuldsmiene behauptet, wir hätten kein Obst, Gemüse oder Fleisch.

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Während das Preisniveau für Kraftstoffe in Deutschland sehr hoch war, haben wir in Argentinien Diesel auch recht teuer getankt, aber billiger als zu Hause. Die meisten Tankstellen führen zwei Dieselsorten. Wir haben meistens die teurere Sorte getankt, in der Annahme, dass das für unseren Motor besser ist. Mit zunehmender Dauer der Reise haben wir gelegentlich mit dem billigeren Diesel gemischt. Unserem Motor hat das keine Probleme bereitet.

Eine nennenswerte Infrastruktur für Elektrofahrzeuge haben wir in Argentinien nicht wahrgenommen.

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Mobiles Internet war in Argentinien preisgünstig. Die Netzabdeckung des Landes mit schnellem Internet ist sehr gut, in Stadt und Land. Beim Kauf einer SIM-Karte muss man sich registrieren lassen. Die SIM-Karte vom Netzbetreiber Claro gab es in deren Niederlassung kostenlos. Aber wir konnten sie dort nicht aufladen lassen. Dafür mussten wir in einen Kiosk oder ein anders kleines Geschäft, welches das anbietet. Dort, aber auch bei Claro selbst hatte niemand eine Ahnung von den aktuellen Tarifen. Als wir dann Internet hatten, haben wir herausgefunden, wie die Tarife und Angebote online zu finden und mit Kreditkarte zu buchen sind. Zeitweise hatten wir eine zweite SIM-Karte vom Netzbetreiber Personal. Das Prozedere war ähnlich. Allerdings war dort kein größeres Datenvolumen als 3 GB für vier Wochen zu bekommen.

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In ganz Argentinien ist es keine Schwierigkeit, einen Abfallbehälter für Hausmüll zu finden. Dennoch ist an vielen Stellen im ganzen Land, mit Ausnahmen, die Landschaft vermüllt. In Patagonien ist das besonders eklatant. Dort verteilt der permanente Wind den Müll über weite Entfernungen. Wir kennen Vermüllung der Landschaft aus Italien, Griechenland und Rumänien. Aber Argentinien ist schlimmer! Diese entsetzlichen Zustände gehen nicht immer, aber häufig, mit erbärmlichen Wohn- und Lebensverhältnissen in Slum-artigen Stadtteilen und Dörfern einher. Das ist für ein entwickeltes Land wie Argentinien unwürdig. Beides, vermüllte Landschaften und Slum-artige Behausungen haben wir nicht hier im Blog gezeigt, obwohl es oft nicht zu übersehen war.

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Wohnmobil-Reisen in Argentinien

Unsere Art zu Reisen hat in Argentinien sehr gut funktioniert. Mit der englischsprachigen App I Overlander haben wir fast überall Stellplätze gefunden. Häufig waren das großartige Plätze in der Wildnis. Auch Orte, an denen wir Frischwasser tanken konnten, haben wir mit der App gefunden. Es gibt erstaunlich viele öffentliche Wasserhähne. Auch an Tankstellen haben wir Wasser kostenlos bekommen. Viele, aber nicht alle Tankstellen haben einen Wasserhahn.

Unsere 2,7 l Propangasflaschen gefüllt zu bekommen, war nicht so einfach. Bei I Overlander haben wir Adressen gefunden, an denen Propan abgefüllt wird, darunter auch professionelle Händler. Es waren aber auch sehr rudimentäre „Etablissements“ dabei, die wir in Europa meiden würden. Letztlich haben wir immer ausreichend Propangas bekommen, erheblich einfacher, als im Nachbarland Chile.

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Offizielle nichtkommerzielle Stellplätze oder Ver-/Entsorgungseinrichtungen für Wohnmobile haben wir in Argentinien nicht wahrgenommen. Es gibt selbstverständlich kommerzielle Campingplätze, aber die haben wir nicht genutzt. Wir haben unser Klo als Trenntoilette genutzt, wie wir es in Rumänien praktiziert haben.

Viele argentinische Orte haben einen „Camping municipal“ oder „Balneario municipal“, also Gemeinde-Camping- oder Badeplatz. Gelegentlich haben wir auch „Camping provincial“ gesehen. Diese Plätze sind häufig sehr beliebt. Insbesondere an Wochenenden ist dort reger Betrieb, gern auch mit lauter Musikbeschallung bis spät abends. Grill- und Picknickplätze sind die wichtigste Ausstattung. Viele dieser Plätze haben Wasserhähne, manche auch Steckdosen. Die Sanitäranlagen sind nur selten ordentlich. Häufig sind solche Plätze einschließlich Wasser/Strom kostenlos, bei einigen sind die Gebühren gering.

In Argentinien haben wir erheblich weniger Wohnmobile gesehen, als in Europa. Zelten ist weit verbreitet. Miet-Wohnmobile haben wir nur wenige wahrgenommen. Ein bedeutender Teil davon war aus dem Nachbarland Chile, häufig Pickups (vermutlich mit Allradantrieb) mit Aufsetzkabine.

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Lebensmittel-Versorgung

Wie üblich, waren wir als Selbstversorger unterwegs. Das beste Sortiment für die Lebensmittel-Versorgung hat die Supermarkt-Kette ‚La Anonima‘. Die ist allerdings hauptsächlich in Patagonien vertreten, darüber hinaus nur selten.

Grundsätzlich bekommt man fast alles, aber selten in einem Geschäft. Und das Angebot ist nicht so breit, wie wir es in Europa gewohnt sind. Besonders Importwaren sind kaum zu bekommen, sicherlich wegen der hohen Inflation im Land. Die deutlichen Lücken im Sortiment werden dadurch kaschiert, dass von einigen Artikeln sehr viel in den Regalen steht. Von Weizenmehl zum Beispiel gibt es mehrere Sorten und von jeder Sorte sehr viele Packungen. Vermutlich wird auf den vielen entlegenen Estancias viel selbst gebacken, denn die können sicherlich nicht regelmäßig mit Backwaren beliefert werden. Nur so ist zu erklären, dass von Trockenhefe auch 500 g – Packungen in großer Zahl angeboten werden. Dinkel- und Roggenmehl haben wir nur in Naturkostläden bekommen, gelegentlich auch Gerstenmehl.

Die Auswahl an Obst und Gemüse ist in Argentinien sehr bescheiden, die Qualität nicht nicht selten mangelhaft. Wie das übrige Sortiment auch, ist das Angebot schlechter als im Nachbarland Chile. Die Umgebung des Lago Buenos Aires ist bekannt als Anbaugebiet von Kirschen. Die haben wir zu Weihnachten in Los Antiguos direkt vom Erzeuger gekauft und darin geschwelgt. Naturkost-Geschäfte gibt es bestenfalls in größeren Städten. Deren Sortiment ist unterschiedlich, mal ganz gut, mal überschaubar. Im Vergleich zu Südamerika ist die Europäische Union das Schlaraffenland.

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Argentinien für die Hälfte

Mehrmals haben wir europäische Langzeitreisende getroffen, die uns ihre besonders günstige Finanzierung der Reise in Argentinien empfohlen haben: Sie haben ein Konto bei Western Union eröffnet, auf das sie bei Bedarf von ihrem europäischen Bankkonto Geld überweisen. Dabei geben sie an, in welcher WU-Niederlassung sie den Betrag in US$ abholen wollen. Dort werden ihnen die Dollars ausgehändigt, die sie dann an Tankstellen, in Geschäften oder bei Privatpersonen gegen argentinische Pesos tauschen.

Der US$ ist in Argentinien eine Art zweite Währung. Er ist sehr stabil, im Gegensatz zum argentinischen Peso mit galoppierender Inflation. Darum ist es für Argentinier schwierig oder unmöglich, bei ihrer Bank US$ zu bekommen. Um so begehrter sind die.

Die Wechselkurse für Euro und US$ waren während unserer Südamerikareise ungefähr gleich, also grob 1:1. Vermutlich wegen seiner großen Bedeutung für die argentinische Wirtschaft war dort der US$ ungefähr doppelt so viel wert wie der Euro. Für Schweizer Franken galt Ähnliches. Mit dem oben beschriebenen Verfahren konnten die Kosten in Argentinien daher mehr oder weniger halbiert werden.

Wir konnten uns mit dem Vorgehen nicht anfreunden, obwohl es legal ist. In einigen Supermärkten gab es Aushänge mit dem jeweils aktuellen Kurs für US$, der an den Kassen galt. Allerdings haben wir auch erlebt, dass Reisende einen oder mehrere Tage warten mussten, bis die benannte Western Union – Niederlassung die Dollarscheine verfügbar hatte. Auch war es manchmal nicht einfach, ein Geschäft oder eine Tankstelle zu finden, die unsere mitgebrachten US$ ankaufen wollten.

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Nach unserer letzten Einreise von Chile nach Argentinien haben wir dann selbst eine andere, viel einfachere Methode erlebt und weiterhin genutzt, die auch zu dieser Halbierung der Kosten führt: Frau Rumkommer hat ein Girokonto bei einer Online-Bank. Die hat keine Filialen und keine eigenen Geldautomaten. Für das Girokonto hat sie eine Kreditkarte und eine Debitkarte (beide Visa) ausgegeben und trägt alle Auslandsgebühren, die beim Bezahlen mit diesen Karten entstehen. Das ist schon mal ganz angenehm. Die mit der Debit-Karte bezahlten Beträge werden sofort dem Girokonto belastet. Dabei entfällt also der Kredit-Effekt. Dem Verkäufer wird der Betrag unmittelbar auf sein Konto gutgeschrieben. In Argentinien läuft dieser Vorgang allerdings über US$. Und so wurde jeweils tatsächlich nur etwa die Hälfte des In Euro zu erwartenden Betrags vom Girokonto abgebucht. Das konnten wir stets sofort feststellen, denn die App der Online-Bank sendet unmittelbar eine E-Mail, die den überwiesenen Betrag mitteilt.

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Grenzkontrollen

Auf der von uns gewählten Reiseroute (siehe oben) sind wir viermal nach Argentinien ein- und wieder ausgereist. Die Abfertigung an den Grenzstationen ist zwar nicht so penetrant wie die Einreise nach Chile, aber bürokratisch, rückständig und mehr oder weniger zeitaufwändig. In Europa haben wir so etwas nie erlebt, auch lange vor dem Schengen-Abkommen nicht:

  1. Am ersten Schalter wird die ausländische temporäre Zulassung des Fahrzeugs (in unserem Fall aus Uruguay bzw. Chile) entgegengenommen.
  2. Am zweiten Schalter werden die Pässe kontrolliert. Argentinien stempelt sie nicht mehr, alle Informationen sind in deren IT-Systemen. Mit der Einreise wird ein 90-Tage-Visum gewährt (dessen Ablaufdatum man sich selbst merken muss).
  3. Am dritten Schalter wird das Fahrzeug zolltechnisch erfasst und eine temporäre Zulassung ausgegeben. Die muss bei der Ausreise vorgelegt werden und wird eingezogen.
  4. Schließlich wird eventuell das Fahrzeug auf nicht erlaubte oder zu verzollende Gegenstände überprüft. Diese Checks waren erheblich lascher, als bei Einreise nach Chile.

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Orientierungshilfen

Zur Übersicht über die gesamte Reiseroute haben wir vor der Reise bei MapFox.de die Straßenkarte „South America“ von International Travel Maps gekauft. Auch von MapFox.de haben wir den „Super Atlas Argentina“ mit zusätzlichen Karten der Nachbarländer von Zagier & Urruty Publications beschaffen lassen.

Außerdem haben wir dort den Reiseführer „Argentinien entdecken entlang der Ruta 3 und der legendären Ruta Cuarenta RN 40“ von W.P. Schüller – H.A. Wagner aus dem Stefan Wagner Verlag gekauft. Dieser Reiseführer hat sich als unverzichtbare, großartige Informationsquelle und sehr konkrete Orientierungshilfe erwiesen.

Auch der Reiseführer „Argentinien mit Patagonien und Feuerland“ von Jürgen Vogt aus dem Reise Know How Verlag hat sich für uns auf dieser Reise bewährt. In unserem Garmin-Navi hatten wir die Südamerika-Karten. Mit diesem Paket sind wir gut gereist.

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Drei Regionen in Argentinien haben uns ganz besonders fasziniert und begeistert. Die sind hier ver-linkt (in der Reihenfolge der Reise):

Argentiniens Nordosten mit Dschungel und Wasserfällen

Argentiniens Nordwesten, an der Ostflanke der Anden

Patagonien, der Süden des Kontinents, übergreifend mit dem Nachbarland Chile

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Hitliste

Argentinien ist ein sehr großes Land mit außerordentlich vielen herausragenden Attraktionen. Entsprechend haben wir viel Zeit in dem Land verbracht. Darum ist die Liste unserer schönsten Erlebnisse und Eindrücke (in der Reihenfolge der Reise) besonders lang:

Damit ist der Bericht von unserer Reise durch Argentinien abgeschlossen.

Frau Rumkommer präsentiert ihre besten Fotos aus Argentinien auf ihrer persönlichen Foto-Internetseite krim-gruettner.de. Der Herumkommer hat auch in Argentinien einige Leuchttürme für seine Sammlung fotografiert, die sind unter reinhardprinzmeier.de zu finden.

Diese Reise ist aber noch nicht zu Ende. Von Argentinien aus sind wir wieder nach und durch Uruguay gereist.

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1 Kommentar zu „Argentinien mit unserem Womo“

  1. Herzlichen Dank ihr Lieben!!! Ein wunderschöner Reisebericht aus meinem 2. Traumland! (ausser Chile). Ja, und auch eure Fotos sind einmalig!!! Nochmals 1.000 Dank – ich freue mich schon auf euch und ein Wiedersehen in Kollmar und/oder Hamburg 😀

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