Bär und Vielfraß

800 bis 900 Bären leben derzeit in Finnland, steht im Dumont Reiseführer. “Dabei gibt es Braunbären vereinzelt in allen Provinzen, außer in Åland. Die größte Konzentration aller europäischen Braunbären hält sich in der finnischen Wildnis auf, und zwar zwischen Kuhmo, Kajaani und der russischen Grenze.“

Seit wir in Alaska Grizzlies aus nächster Nähe beobachtet haben, faszinieren uns Bären. Sie wirken auf den ersten Blick plump, sind aber erstaunlich agil und sehr schnelle „Fußgänger“. Wir versuchen spontan unser Glück und können tatsächlich früh morgens vor Ort bei „Wild Brown Bear“ nahe Vartius an der russischen Grenze die Bärenbeobachtung für die folgende Nacht buchen. Um 17 Uhr geht es los. Zusammen mit einem Guide und dreizehn weiteren Personen wandern wir ungefähr 800 m durch Wald und Moor zu einem Teich. Dort gibt es für jeweils zwei Personen ein kleines Versteck. Es ist ausgestattet mit Sehschlitzen, Fotoöffnungen sowie dem Nötigsten für die Nacht. Denn vor 7 Uhr am folgenden Morgen dürfen die Verstecke nicht verlassen werden.

Nach gut eineinhalb Stunden zeigt sich der erste Bär, ein kräftiges Tier mit dunklem Fell. Krähen und Möwen versuchen, ihm einen Teil seiner Beute abzujagen. Weitere zweieinhalb Stunden dauert es, bis wir den nächsten Bären vor uns haben. Er ist etwas kleiner, heller und sieht „kuscheliger“ aus. Insgesamt sehen wir bis etwa 21:30 Uhr sechsmal einzelne Bären, einige in größerer Entfernung.

english:
Bear and wolverine

800 to 900 bears are currently living in Finland, says the Dumont travel guide. „There are brown bears in all provinces, except in Åland. The largest concentration of all European brown bears is found in the Finnish wilderness, between Kuhmo, Kajaani and the Russian border.“

Since we have observed Grizzlies in Alaska in close proximity, bears fascinate us. They look clumsy at first sight, but are surprisingly agile and very fast „pedestrians“. We try spontaneously our luck and can actually book early in the morning at „Wild Brown Bear“ near Vartius on the Russian border the bear observation for the following night. At 5 pm it starts. Together with a guide and thirteen other people we walk about 800 m through forest and moor to a pond. There are small hides for two people each. They are equipped with observation slits, photo openings as well as the most necessary for the night. Because the hides must not be left before 7 am the following morning.

After about one and a half hours the first bear shows up, a strong animal with a dark coat. Crows and gulls try to chase some of its booty. It takes another two and a half hours before we have the next bear in front of us. It is slightly smaller, brighter and looks more „cuddly“. Altogether six times we see single bears, some at a far distance, until about 9:30 pm.

Only a little later the actual sensation follows: on about 150 specimen, the Finnish population is estimated of the extremely shy wolverines. And here one runs through the marsh area. It runs so fast and elegant that it appears as if it flies.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur wenig später folgt die eigentliche Sensation: Auf etwa 150 Exemplare wird die finnische Population der extrem scheuen Vielfraße geschätzt. Und hier läuft einer durch die Feuchtwiese. Er läuft so schnell und elegant, dass es wirkt, als ob er fliegt.