Clay Cliffs

Etwa sechs, sieben Kilometer westlich von Omarama, vom Lindis Pass kommend, sehen wir sie nördlich des State Highway 8 in der Ferne: Die Clay Cliffs (Lehmklippen).

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In unserer Straßenkarte sind sie eingetragen, aber im Reiseführer sind sie nicht erwähnt. Glücklicherweise haben wir die NZ Frenzy Guidebooks, im Band für die Südinsel gibt es hilfreiche Hinweise. Denn selbst die Wegweisung von Omarama aus zu dieser grandiosen Landschaftsformation ist nicht sehr gut.

Aber zunächst haben wir einen sehr schönen Stellplatz für die Nacht auf der ausgedehnten DOC Campsite Ahuriri Bridge direkt am mäandrierenden Ahuriri River.

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Die Clay Cliffs liegen auf privatem Gelände. Das ist sicherlich ein Grund, dass sie nicht wie andere Natur-Attraktionen mit guter Infrastruktur erschlossen sind. Am Ende einer Schotterstraße ist ein Gatter zu öffnen. Wir werfen die verlangten 5 NZ$ (pro Fahrzeug) in eine beim Gatter angebrachte Kassette ein und fahren die weiteren vier Kilometer sehr schlechten Schotterweg. Nach einem weiteren Gatter liegen die Klippen voraus, fast zum Greifen nah.

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Es ist sehr warm und der ansteigende, zerfurchte Weg staubtrocken. Daher wagen wir uns mit dem Camper noch etwa zweihundert Meter weiter bis zu einem kleinen Parkplatz. Ab hier sind nur noch Allradfahrzeuge zugelassen. Bei Nässe würde wohl schon bis hierher niemand mit einem Allradfahrzeug fahren wollen, so schlecht ist der Zustand des Weges. Nach Süden und Osten haben wir eine herrliche Aussicht über die Mäander des Ahuriri River.

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Nun müssen wir noch ein paar hundert Meter unterhalb der hoch aufragenden, bizarren Wände und Zinnen den Weg entlang gehen, bis wir unmittelbar an die Clay Cliffs gelangen.

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Durch eine Öffnung gelangen wir in das Innere der Klippen, das wie eine Kathedrale wirkt. Die Trampelpfade, die wir hinauf klettern, sind steil, und der Untergrund ist extrem rutschig. Das ganze Gebilde besteht aus einem losen Konglomerat von Kieselsteinen und kalkigem Lehm. Überall sind Fließspuren zu erkennen. Vermutlich liegt darin ein weiterer Grund, dass dieses faszinierende Gelände nicht mehr publik gemacht wird: Bei Regen ist hier ganz sicher kein Halten. Dann ist es vermutlich sehr gefährlich.

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Die Kletterei ist sehr anstrengend, zumal es hier innen heiß ist, und erfordert höchste Konzentration, damit wir nicht abstürzen. Frau Rumkommer steckt fest, sie kommt nicht weiter hoch. Wieder hinunter zu klettern oder zu krabbeln wagt sie nicht, weil sie keinen Halt findet. Nach kurzem Zögern rutscht sie auf dem Hosenboden hinab. Die Hose ist danach gekalkt aber heil geblieben. Wichtiger noch: Die Frau und ihre Kameraausrüstung sind unversehrt!

Auf dem Rückweg zum Camper fallen uns noch einige besondere Formationen auf, die wir auf dem Hinweg nicht würdigen konnten, weil wir den Zugang gesucht haben.

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Keine anderthalb Stunden nach dem Aufbruch vom Camper sind wir zurück, nass geschwitzt, in eingesauter Kleidung und völlig erschöpft. Aber mit der Gewissheit, dass dies eines unserer absoluten Highlights in Neuseeland ist.