Durch Island im Winter

 

Nur zwei Wochen hat unsere Winterreise durch Island gedauert, vom 3. bis 18. März, einschließlich Hin- und Rückflug. Sie war so erlebnisreich, dass wir in fast 50 Blogbeiträgen davon berichtet haben. An den ersten eineinhalb Tagen haben wir Reykjavík zu Fuß erkundet. In den fünf Tagen der Winter Photo Tour hat unser Foto- und Tour-Guide Haukur Snorrason uns an Orte gebracht, die wir sonst nicht gesehen hätten, und zu atemberaubenden Fotomotiven. Zehn Tage haben wir danach auf eigene Faust die Mývatn-Region ausgiebig im Winter erkundet, die wir 2006 schon mal im Sommer besucht hatten.

Nach zwei Wochen im Sommer 2006 und zweieinhalb Wochen im Sommer 2007 war dies unsere dritte von inzwischen vier Reisen durch Island (die vierte im Frühling / Sommer 2016 dauerte drei Monate).

 

 

 

Die Winterreise war quasi eine Reise in ein anderes Island. Schnee und Eis verwandeln die Landschaft erheblich. Die strukturlosen, ausgedehnten Lavafelder und Sander, in deren Schwarz in Schwarz bis Grau in Grau im Sommer das Auge keinen Halt findet, zeigten im Schnee alle erdenklichen schwarz-weißen Muster. In vielen Fällen sah das aus wie Zeichnungen mit Blei- oder Kohlestift. Schon dafür lohnt sich eine Winterreise durch Island. Unter einer dicken Schneedecke wirkten manche der ohnehin kargen Landschaften wie „reduziert“, weil nur noch Silhouetten und die Spitzen von Büschen sichtbar waren, wie schlichte Bleistift-Zeichnungen.

 

Der weitgehend zugefrorene Mývatn mit Schneetreiben auf dem Eis bei strahlendem Sonnenschein wirkte mystisch. Pferde im Tölt auf dem Eis bei Skútustaðir waren absolut sehenswert und Islandpferde im Schneegestöber auch.

Eishöhlen schmelzen im Sommerhalbjahr und sind nur im Winter ohne Lebensgefahr zu betreten. Wasserfälle, Tümpel und Seen verwandelt der Frost in Eisskulpturen und Eisbahnen. Im Sommer völlig überlaufene Top-Attraktionen sind fast exklusiv zu sehen.

 

Aber den erweiterten Möglichkeiten stehen größere Einschränkungen gegenüber. Viele Attraktionen sind unerreichbar. Nebenstraßen, auch viele wichtige Durchgangsstraßen, sind unpassierbar. Lange Tage und helle Nächte mit wunderbarem Licht sowie Wärme hatten wir in den Sommern 2006 und 2016. Im März 2011 hat der Winter richtig aufgedreht, mit Schneestürmen, Frost mit zweistelligen Minusgraden und eisigem Sturm.

 

Für die erste Reise nach Island würden wir den Winter wohl nicht empfehlen. Aber wir wissen, dass viele Menschen, die in Island waren, wie wir gern wieder kommen. Schließlich gibt es dort so unendlich viel Aufregendes zu entdecken. Diese Menschen finden bestimmt interessante Anregungen in unserem Reisebericht.

 

Bestätigt hat sich für uns auf dieser Reise, dass es wichtig ist, im Winter nicht zu eng zu planen sondern Zeit-Reserven zu haben: Auch gut ausgebaute Straßen (auch die Ringstraße) können jederzeit wetterbedingt streckenweise gesperrt oder schlicht unpassierbar sein.
Trotz (oder wegen) Sturm (auch mit Schnee und Hagel) und zeitweise klirrender Kälte sind wir selten so erholt von einer Reise zurückgekehrt. Es war eine der abenteuerlichsten, die wir je unternommen haben.

 

Damit ist der Bericht von unserer Winterreise durch Island abgeschlossen.

Unsere besten Fotos aus Island präsentieren wir auf unseren persönlichen Foto-Internetseiten krim-gruettner.de und reinhardprinzmeier.de.

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