Ganz große Bühne

Oberhalb der Stromschnellen, an denen wir die Nacht verbracht haben, sind große Teile der Straße vom Wasser weggerissen und fortgespült worden. Zunächst ist nicht klar, wo wir furten müssen, um durch das gegenwärtige Provisorium die erste von zwei Brücken über die Hauptströme zu erreichen.

english:
Very large stage

Above the rapids we’ve spent the night, large parts of the road have been torn off by the water and swept away. At first it is not clear where we have to ford to reach the first of two bridges across the main streams through the present provisional.

Then the Aroundgetter happens to observe a four-wheel drive car driving over from the other side. Twice there are considerably more than puddles to go through. Now the long, isolated rubber boots are employed, which the Aroundgetter has procured for this journey. With them, he dares walking the current that is fortunately only weak. Fits.

And then it starts: First gear, four-wheel drive switched on, reduction gear on as well, clutch, gas, second gear and into the water. The ground of the fords is covered by rubble, the ride difficult. In the exit of the first ford the drive blocks. The second gear was too much of the good. So restart and continue in the first gear. The second ford is not quite as deep as the first. Done!

Done? Are you kidding? The provisional track to the bridge, along with a considerable incline, is not covered by rubble. It is rubble! The 3.25m high camper van wobbles critically, not to mention the rattling of the dishes in the cabinets. But we make it over to the first bridge. Before we start the narrow second bridge with the extremely steep driveway, we first take a break. Only from here the extent of the flood damage can be recognized correctly. An dredge has already dampened the worst damage and probably also created the provisional arrangements.

Mrs. Roundgetter follows a lane on a hill to get a better view of the waterfall, we have seen from afar on the previous day. In the process, she discovers two other waterfalls as well as rapids.

Now the adventure really starts. Through the riverbed partly filled by the dredge and over the provisional dam we lumber and climb to the river bank, the Aroundgetter fortunately still in the rubber boots. We discover fantastic patterns in the water and in the exposed rocks.

Then we increase up the first hill via sheep’s tracks, from there to the second one. And we can hardly believe our luck. Like on a huge stage, four large waterfalls and a fan of rapids spread in front of us.

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Dann kann der Herumkommer zufällig beobachten, wie ein Allrad-PKW von der anderen Seite herüber fährt. Da sind zweimal nach einander erheblich mehr als Pfützen zu durchfahren. Jetzt kommen die langen, isolierten Gummistiefel zum Einsatz, die der Herumkommer für diese Reise beschafft hat. Mit denen wagt er sich durch die glücklicherweise nur schwache Strömung. Passt.

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Und dann geht es los: Erster Gang, Allrad-Antrieb eingeschaltet, Getriebeuntersetzung dazu geschaltet, Kupplung, Gas, zweiter Gang und hinein. Der Grund der Furten ist von Geröll bedeckt, die Fahrt schwierig. In der Ausfahrt der ersten Furt bockt der Antrieb. Der zweite Gang war doch zuviel des Guten. Also neu gestartet und im ersten Gang weiter. Die zweite Furt ist nicht ganz so tief, wie die erste. Geschafft!

Geschafft? Von wegen. Die provisorische Spur zur Brücke, samt erheblicher Steigung, ist nicht von Geröll bedeckt. Sie ist Geröll! Das 3,25m hohe Wohnmobil schwankt bedenklich, ganz zu schweigen vom Geklapper des Geschirrs in den Schränken. Aber wir schaffen es über die erste Brücke. Bevor wir die schmale zweite Brücke mit der extrem steilen Auffahrt angehen, ist erstmal Pause. Von hier ist das Ausmaß der Flutschäden erst richtig zu erkennen. Ein Bagger hat die schlimmsten Schäden schon wieder eingedämmt und wohl auch die Provisorien geschaffen.

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Frau Rumkommer folgt einer Fahrspur auf eine Anhöhe, um einen breiten Wasserfall besser ins Bild zu bekommen, den wir am Vortag schon aus der Ferne gesehen haben. Dabei entdeckt sie dahinter noch zwei weitere Fälle sowie Stromschnellen.

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Jetzt geht das Abenteuer erst richtig los. Durch das vom Bagger teilweise zugeschüttete Flussbett und über den provisorischen Damm tapsen und klettern wir ans Flussufer, der Herumkommer glücklicherweise noch in den Gummistiefeln. Dabei entdecken wir fantastische Muster im Wasser und in den freigelegten Felsen.

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Dann steigen wir über Schafpfade den ersten Hügel hoch, von dort den zweiten. Und können unser Glück kaum fassen. Wie auf ganz großer Bühne breiten sich vor uns insgesamt vier große Wasserfälle und ein Fächer von Stromschnellen aus.

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P.S.: Über die zweite Brücke sind wir nicht mehr gefahren. Wir haben einfach beschlossen, dass es genug ist mit Abenteuern für den Tag. Also haben wir lieber den Rückzug angetreten, der problemlos verlief. Die Strecke ist uns ja nun bekannt.

Bei der Rück- und Weiterfahrt sehen wir noch weitere Stellen, an denen die Skaftá verheerende Schäden angerichtet hat. An einer Brücke ist an einem Ufer die gesamte Zufahrt großflächig weggespült. Die Fundamente einer Brücke der Straße 208 nahe der Ringstraße sind zu großen Teilen freigelegt. Sie ist provisorisch nur für 5 Tonnen und Fahrzeuge bis 2,3 m Breite zugelassen.

english:
P.S .: We have not driven over the second bridge. We just decided that it is enough with adventures for the day. So we preferred the retreat, which went smoothly. The route is known to us now.

On the way back and further we see still more places where the Skaftá has caused devastating damage. At a bridge, the entire driveway is swept away on one bank. The foundations of a bridge of road 208 near the ring road are largely excavated. It is provisionally approved only for 5 tonnes and vehicles up to 2.3 meters in width.

 

2 Kommentare zu „Ganz große Bühne“

  1. Seid Ihr Euch eigentlich ganz sicher,dass Ihr Euch noch immer auf dem Planet Erde befindet? Gäbe es nicht immer wieder die genauen Strassenbezeichnungen, meine Zweifel nähmen täglich zu.
    Die Islandreportage ist einfach grossartig.Weiterhin „Hals und Beinbruch “ ! Ilse

    1. Das haben die ganz geschickt gemacht, die kleinen grauschwarzen Männchen. Dies ist offenbar nicht der mit den grünen Männchen. Die grauschwarzen heißen hier Trolle. Die haben einfach auch die Straßen genummert, damit wir denken, wir wären noch auf dem Planeten, von dem wir gestartet sind.
      Krim und Reinhard

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