
Auf unserer Polen-Baltikum-Rundreise waren wir auf zwei Touren insgesamt zweieinhalb Wochen im Sommer in Lettland unterwegs. 29 Blogbeiträge sind in diesen 18 Tagen entstanden, plus dieser, denn es gab viel zu sehen und zu erleben.
Tour 1: Im Südwesten des Landes sind wir von Litauen her an der Küste eingereist und haben uns zunächst an den vielen traumhaften Ostsee-Stränden erfreut. Zwischendurch waren die Stadt Ventspils sowie ein Open Air Kunstmuseum bei Sabile zivilisatorische Höhepunkte. Am Vogelsee Engures und im Kemeri Nationalpark gab es viel Natur, bevor wir uns im Schlossgarten von Rundāle „verloren“ haben. Die Hauptstadt Riga hat uns ganz besonders beeindruckt. Über den Gauja-Nationalpark und den nördlichsten Ostsee-Strand Lettlands sind wir dann nach Estland weiter gereist.


Tour 2: Nach der Runde durch Estland haben wir den Osten Lettlands entdeckt, der bisher von westeuropäischen Touristen wenig besucht wird. Das Gebiet der noch „jungen“ Gauja, die Seenplatte im Südosten und der Naturpark an der Daugava waren hier eine große Packung Natur. Über Daugavpils mit seiner Festung sind wir schließlich nach Litauen weiter gereist.


Das mittlere der drei baltischen Länder ist für uns ein Ostsee-Paradies, riesiger Naturpark mit viel Kultur und das Land der Aussichtstürme und Kinderspielplätze. Wie in Polen und Litauen haben wir in Lettland überall Störche gesehen. Mit nur wenig mehr Einwohnern als unsere Heimatstadt Hamburg ist Lettland ähnlich dünn besiedelt wie Estland. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in der größten Stadt des Baltikums, Riga.

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Wie das gesamte Baltikum ist auch Lettland recht flach. Die Ostseeküste, Wälder, Seen, Moore und Flüsse prägen die Landschaft.


Eine Besonderheit in Lettland sind die vielen Schotterstraßen. Die Hauptrouten sind asphaltiert, Nebenrouten nur selten. Staubfahnen von anderen Fahrzeugen und Steinschlag von entgegen kommenden und überholenden Fahrzeugen sind häufige Ärgernisse. Offensichtlich werden die lettischen Schotterstraßen nicht oder nur sehr selten geglättet. Die Folge sind Wellblechmuster auf sehr vielen Strecken. Das ist besonders übel.

Einige Leuchttürme in Lettland können besichtigt werden und sind daher relativ leicht zu finden. Auch wenn wir sie nur von außen fotografiert haben, boten die Wege dort hin und die Umgebungen oft zusätzliche Entdeckungen.


Ähnlich wie Estland ist auch Lettland für unsere Art zu Reisen fast perfekt. Selten haben wir in einem anderen Land so viele Parkplätze und andere Möglichkeiten gesehen, wo man in der Natur frei stehen kann.

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Lettisch ist für uns eine sehr fremde Sprache. Zusammen mit Litauisch gehört es zu den baltischen Sprachen, einer eigenständigen Gruppe der indogermanischen Sprachfamilie. Es ist nicht mit dem Slawischen verwandt. Insbesondere im Osten Lettlands wird viel russisch gesprochen, englisch oder deutsch helfen dort kaum weiter. Eine Verständigung gab es dennoch immer, wo es nötig war. Besonders jüngere Menschen sprechen englisch.


Eine üble Abzocke, die wir in Lettland erlebt haben, muss noch erwähnt werden:
Am Stadtrand von Riga haben wir in einem großen Rimi-Supermarkt eingekauft. Als wir nach weniger als einer Stunde mit den dort gekauften Lebensmitteln zum Fahrzeug zurück kamen, fanden wir ein Ticket mit der Aufforderung zur Zahlung einer Strafe von 25 € vor, für angebliches Falschparken.
An der Information des Supermarktes wurde uns bedeutet, wir hätten das Fahrzeug an einem elektronischen Terminal anmelden müssen. Bedauerlicherweise sprach die Dame an der Info kein Englisch. Auch Hinweise oder Informationen zu diesem weltweit exklusiven Strafsystem haben wir nicht gefunden.
Die Supermarktkette Rimi gibt es in allen drei baltischen Staaten. Sie betreibt diesen großen Supermarkt, der auf einen großen Parkplatz angewiesen ist. Der ist aber an Cityparks ausgelagert, das sich offenbar aus solchen Strafzahlungen finanziert. Cityparks hat eine Info in lettisch ausgehängt und setzt offenkundig darauf, ausländische Kunden zur Kasse zu bitten. Das Straf-Ticket ist selbstverständlich in lettisch und englisch formuliert, schließlich sollen die Ausländer wissen, wohin sie die Strafe überweisen sollen. Wir halten dies System für ausländerfeindlich und nicht vereinbar mit EU-Recht. Offenkundig wird es auch an weiteren Rimi-Supermärkten in Riga und vermutlich in anderen großen Städten Lettlands betrieben. Nach diesem Vorfall haben wir selbstverständlich nicht wieder bei Rimi gekauft.


Mobiles Internet ist in Lettland sehr preisgünstig. Die Netzabdeckung des Landes mit schnellem Internet ist sehr gut, auch in der fast allgegenwärtigen Natur.

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Unsere schönsten Erlebnisse und Eindrücke (in der Reihenfolge der Reise) waren:
- die Ostsee-Strände von Bernāti und Jūrkalne
- die Stadt Ventspils
- der Ostsee-Strand bei Sikrags
- das Open Air Kunstmuseum Pedvale
- den Vogelsee Engures und die dortigen Tarpan-Pferde
- den Pfad durchs Moor im Kemeri Nationalpark
- den Park von Schloss Rundāle
- die Hauptstadt Riga und ihre vielen Jugendstilbauten
- der Pfifferling-Wald am Aussichtsturm Cirgaļu tornis
- der See Lubāna ezers und seine Seenlandschaft
- der Teirumnīku Moorpfad
- die Flussschleifen der Daugava, Daugavas loki
Der Bericht von den beiden Lettland-Teilen unserer Polen-Baltikum-Rundreise ist damit abgeschlossen. Weitere Informationen, die alle drei baltischen Länder betreffen, haben wir im Gesamt-Rückblick am Ende der Reise veröffentlicht.
Frau Rumkommer präsentiert ihre besonderen Lettland-Fotos auf ihrer Webseite.
Auch der Herumkommer zeigt seine besten Fotos von dieser Reise auf seiner Webseite. Außerdem hat er wieder einige Leuchttürme für seine Sammlung mitgebracht.
Wie immer sehr schöne Bilder und gute Info. Einfach Klasse.