Nördlich und südlich der Loire-Mündung gibt es an der Küste Gebiete mit vielen Meerwassersalinen, in denen unter Anderem ‚Fleur de Sel‘ hergestellt wird. Dank eines Tips der Kollegin Kerstin aus der Personalabteilung konnten wir an einer dieser Salinen bei Beauvoir sur Mer in der Vendée (Loire) übernachten.
Der Tip, den ich bekommen habe, ist ‚France Passion‘. Das ist eine Organisation von Bauernhöfen, Winzern, sonstigen handwerklichen Produzenten erleserner Lebensmittel etc., die jeweils ein bis fünf (maximal zehn) Wohnmobilstellplätze kostenlos anbieten. Dafür muss man das Verzeichnis der teilnehmenden Betriebe für 29 € gekauft haben. Dann kann man, sofern noch ein Stellplatz verfügbar ist, als Gast für eine Nacht bleiben. Begrüßung bei Ankunft und Verabschiedung bei Abfahrt sind ‚Pflicht‘. Auf diese Weise haben wir schon einige Male die verschiedensten, besten Leckereien kaufen und an herrlichen, abgelegenen Orten in der Natur übernachten können. Und persönliche Kontakte hatten wir dadurch auch. Heute also erlesenes Meersalz bei Ty An Holen.
Ty An Holen, der ‚Paludier‘, der außer französisch auch italienisch, spanisch und englisch spricht, hat uns ausführlich den Prozess der Kristallisation des Salzes unter den hiesigen speziellen Bedingungen erklärt. Zurzeit gibt es kein Salz in den Salinen. Die Sonne scheint noch nicht genug. Aber, schlimmer noch, es hat viel geregnet in letzter Zeit. Darum musste er viel Wasser abpumpen.
Jetzt ist er damit beschäftigt, die Verdunstungsbecken mit Lehm auszukleiden. Der wird bei der Salzgewinnung langsamer warm, als das Wasser, hält aber die Wärme länger. Dadurch entsteht am Boden ein graues Salz, das sich mit dem Calzium des Lehms anreichert. In höheren Wasserschichten kristallisiert das schneeweiße Fleur de Sel aus, schwebt im Wasser und wird vom Paludier mit einer Art Rechen ‚geerntet‘.





