Fröhlicher Friedhof

 

Im ganzen Land, besonders aber im Iza-Tal ist uns aufgefallen, dass Friedhöfe in Rumänien einen besonderen Stellenwert haben. Üblicherweise sind sie um die Kirchen herum angelegt. Und sie sind groß, größer als in vielen anderen Ländern in vergleichbar großen Gemeinden; vermutlich bleiben die Gräber länger erhalten. Auf vielen Grabsteinen prangt ein Bild des/der Verstorbenen. Bei den Holzkirchen sind uns Grabsteine aufgefallen, auf denen nur Name und Geburtsdatum eingraviert ist.

So ist nicht verwunderlich, dass der Holzschnitzer Stan Ion Pătraş in Săpânța die Idee hatte, Gräber noch individueller zu gestalten. Er begann, die traditionellen Holzkreuze zu bemalen und kleine Geschichten des/der Verstorbenen in deftigen Reimen darauf zu schreiben. So entstand seit 1935 der so genannte Fröhliche Friedhof (Cimitirul Vesel). Die Texte sind wohl nicht nur nett, manche benennen auch Laster und Verfehlungen. Einige der Porträts sind geschnitzt und bemalt, einige nur gemalt. Bei manchen Kreuzen sind Vorder- und Rückseite gestaltet, z.B. als „gute“ und „schlechte“ Seite.

Inzwischen ist dieser Friedhof weltbekannt und der Ort sowie die Kirchengemeinde profitieren von den Besuchern, wie an der prunkvollen Kirche inmitten der Gräber zu sehen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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