Stress in klirrendem Frost

Südlich von Jokkmokk quert die E45 den nördlichen Polarkreis. Genau dort ist ein Rastplatz, auf dem wir die Fahrt unterbrechen. Beim Spaziergang im Schnee rutscht der Herumkommer auf einer vereisten Stelle aus, stürzt und fällt auf seine umgehängte Kamera. Das ist sehr schmerzhaft und das Objektiv ist am Kameragehäuse abgebrochen. Glücklicherweise funktioniert die neue Kamera noch und nach einiger Zeit ist der Herumkommer sogar wieder fahrtauglich.

english:
Stress in chinking frost

South of Jokkmokk, the E45 crosses the northern Arctic Circle. Right there is a rest area where we take a break. While walking in the snow the Aroundgetter slips on an icy spot, tumbles and falls on his camera. This is very painful and the lens is broken off at the camera housing. Luckily, the new camera still works and after some time the Aroundgetter is even roadworthy again.

Between Jokkmokk and Gällivare we drive along the national park Muddus. Here the winter sun again makes it through the clouds and gilds the sky.

East of Gällivare we find a nice rest area for the night. Surrounded by high-piled snow masses, which are piled up around the parking lots by snow plows, we are almost like in a snow castle. Before we go to sleep, the thermometer in the camper indicates that the night is going to be very cold.

At 1 a.m. Mrs. Roundgetter briefly gets up and notices that it is very cold in the camper. The heating has failed! We are instantly wide awake. The thermometer of the sprinter shows -22.5° C outside temperature, the internal thermometer -4° C! The fault code of the heater means that the diesel tank is empty, but it is actually half full. Presumably the diesel is too thick in the extreme cold.

We fear that the water tanks and pipes will freeze and burst. We have to go to Gällivare and try to refuel and mix an additive into the diesel which keeps it liquid. We have dressed really warm before we freed the windows and windshield wipers from the ice. On the way we try to start the heating again and again, without success. To reduce the risk, we drain our fresh water down to a rest.

In fact, we find an open gas station and get the additive and diesel. Now we have to drive until the heater works again. Fortunately, the vehicle heater works perfectly. We make our way towards Kiruna, while we continue to try starting the heating. Meanwhile, the first pipes in the bathroom are frozen.

After quite a few kilometers the heating can be started again and runs constantly. Until we arrive at a rest area south of Kiruna at 5:30 a.m. at dusk, the whole camper is heated. The thermometer of the sprinter shows an outside temperature of -25° C, but our heating holds against it. We go sleeping for a few hours, restless and with too much heat.

This is the extremely compressed version of the occurrences. In fact, we have been swirling for four hours, and we don’t want to mention high blood pressure and adrenaline.

At 10 o’clock the sun shines at a ridiculous -3° C from the blue sky and thaws the last icicles from the camper. At noon our water supply works again completely. And then the chinking cold is over, even in the night the temperature drops only to -6° C. Lucky.

 

 

 

 

 

Zwischen Jokkmokk und Gällivare fahren wir am Nationalpark Muddus entlang. Hier schafft es die Wintersonne nochmal durch die Wolken und vergoldet den Himmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Östlich von Gällivare finden wir gegen Abend einen hübschen Rastplatz für die Nacht. Von hoch aufgetürmten Schneemassen umgeben, die von Schneepflügen hier um die Parkplätze herum aufgehäuft sind, stehen wir fast wie in einer Schneeburg. Noch bevor wir schlafen gehen, lässt das Thermometer im Womo erahnen, dass die Nacht besonders kalt wird.

Um 1 Uhr steht Frau Rumkommer kurz auf und bemerkt dabei, dass es im Womo sehr kalt ist. Die Heizung ist ausgefallen! Wir sind sofort hellwach. Das Thermometer des Sprinter zeigt -22,5° C Außentemperatur, das Innentermometer -4° C! Der Fehlercode der Heizung bedeutet, dass der Dieseltank leer sei, der ist jedoch tatsächlich halbvoll. Vermutlich ist der Diesel bei der extremen Kälte zu dickflüssig.

Wir befürchten, dass die Wassertanks und -leitungen einfrieren und platzen. Wir müssen nach Gällivare und versuchen, nachzutanken und einen Zusatz in den Diesel zu mischen, der ihn flüssig hält. Wir haben uns richtig warm angezogen, bevor wir die Scheiben und Scheibenwischer vom Eis befreien. Unterwegs versuchen wir immer wieder, die Heizung zu starten, ohne Erfolg. Um das Risiko zu verringern, lassen wir unser Frischwasser ab bis auf einen Rest.

Tatsächlich finden wir eine geöffnete Tankstelle und bekommen den Zusatz und Diesel. Jetzt müssen wir fahren, bis die Heizung wieder funktioniert. Glücklicherweise arbeitet die Fahrzeugheizung tadellos. Wir machen uns auf den Weg in Richtung Kiruna, während wir weiterhin versuchen, die Heizung zu starten. Inzwischen sind die ersten Leitungen im Bad eingefroren.

Nach etlichen Kilometern lässt sich die Heizung wieder starten und läuft konstant. Bis wir gegen 5:30 Uhr in der Dämmerung einen Rastplatz südlich von Kiruna erreichen, ist das ganze Womo durchgeheizt. Das Thermometer des Sprinter zeigt -25° C Außentemperatur, aber unsere Heizung hält dagegen. Wir schlafen noch ein paar Stunden, unruhig und bei zu großer Wärme.

Dies ist die extrem komprimierte Version der Geschehnisse. Tatsächlich haben wir vier Stunden gewirbelt, auf hohen Blutdruck und Adrenalin wollen wir gar nicht weiter eingehen.

Um 10 Uhr leuchtet die Sonne bei lächerlichen -3° C vom blauen Himmel und taut die letzten Eiszapfen vom Wohnmobil. Mittags funktioniert auch unsere Wasserversorgung wieder vollständig. Und dann ist die klirrende Kälte vorbei, selbst in der Nacht sinkt die Temperatur nur bis etwa -6° C. Glück gehabt.

 

1 Kommentar zu „Stress in klirrendem Frost“

  1. Ihr macht wunderschöne Fotos! Toll, dass Ihr das Polarlicht gesehen habt. Wir waren 1 Woche unterwegs und hatten kein Glück, das Aurora borealis haben wir nicht erlebt.
    Wir werden wiederkommen….vielleicht treffen wir uns ein 2. Mal.
    Herzliche Grüße
    Bernd und Elke

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