
Fünfeinhalb Wochen waren wir unterwegs, von Ende Januar bis Anfang März, davon dreieinhalb Wochen in Ost-Spanien / Katalonien. Wegen der weiten An- und Rückreise über Frankreich, für die wir uns etwas Zeit gelassen haben, sind rund 5.900 km zusammen gekommen.
Unsere Erwartungen waren nicht sehr hoch, denn die Costa Brava und die Costa Daurada gelten als Beispiele für Massentourismus in Betonburgen. Die Betonburgen sind im Winter auch da, ihre Abschottung vieler Strände ebenso. Massentourismus war im Winter erwartungsgemäß nicht, das haben wir als sehr angenehm empfunden. So konnten wir sogar die Mittelmeerküste ein wenig genießen. Und zu unserer großen Freude birgt das Hinterland viel Sehens- und Erlebenswertes.
Die Katalanen haben eine sehr starke Identifikation als eigenständiges Volk mit eigener Sprache, dem Català, und dem Bestreben nach Unabhängigkeit von Spanien. Inzwischen hat Katalonien einen Autonomiestatus und die Anerkennung der eigenen Sprache. Spanisch ist faktisch bestenfalls Zweitsprache. Die spanische Flagge ist nur sehr selten zu sehen, die katalanische (siehe oben) immer und überall.

Am meisten beeindruckt haben uns auf dieser Reise:
- das Cap de Creus
- die Altstadt von Girona
- der Ort Caldes de Montbui
- die Colònia Güell
- Barcelona
- die Serra de Montserrat
- das Ebro-Delta
- das Castell de Miravet
- die Mandelblüte.
Das größte Vergnügen hatten wir mit folgenden Beiträgen:
- Carnaval de Roses, Bühnenreif und Bunt bis bizarr
- Gaudís Krypta
- Markt in Barcelona
- Bad in der Sonne.
Selbstverständlich haben wir nicht alle unsere Reiseziele und Stellplätze selbst entdeckt. Besonders von den Informationen der Womo-Führer ‚Ost-Spanien‘ und ‚durch die Pyrenäen‘ haben wir profitiert. Als allgemeiner Reiseführer hat sich für uns wieder der aus dem Michael Müller Verlag bewährt, in diesem Fall mit dem Titel ‚Katalonien‘.
Außerdem war das Verzeichnis ‚españa discovery‘ hilfreich, jedoch nicht annähernd so, wie das von uns hoch geschätzte und auch jetzt wieder genutzte ‚France Passion‚. Die Stellplatz-Karte ‚àreas de españa‘ (auch deutlich weniger nützlich als die entsprechende französische Karte) und der ADAC Stellplatzführer waren weitere Informationsquellen.
Die Wohnmobil-Infrastruktur in Ost-Spanien / Katalonien war gerade im Winter besser als befürchtet, zumal mit den oben genannten Informationsquellen. Gelegentlich sind wir sogar zufällig auf Stellplätze gestoßen, die in keiner dieser Quellen aufgeführt sind. Je weiter wir von der Küste entfernt waren, desto schwieriger wurde allerdings die Suche nach einem Stellplatz und insbesondere nach Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten.
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Der Februar ist auch in Katalonien der kälteste Monat des Jahres, und wir hatten dort auch Nachtfröste. Hinzu kam öfter starker Wind bis zu Sturmstärke. Dennoch war für uns das Wetter erheblich angenehmer, als zu Hause in Norddeutschland. Tagsüber wurde es meistens wärmer, als in Deutschland, sehr oft schien die Sonne von einem meist blauen Himmel, und nicht selten hatten wir Temperaturen um 15°C. In Barcelona sind wir bei bis zu 20°C unterwegs gewesen.



Zwei sehr unangenehme Erfahrungen haben diese Reise ein wenig beeinträchtigt.
Zum Einen war das der Totalausfall von Heizung und Warmwasserboiler. Der angezeigte Fehlercode war völlig irreführend. Der telefonische Service der Herstellerfirma der Heizung, Truma, in Süddeutschland ist in solchen Fällen, wie wir schon früher erfahren haben, wenig hilfreich. Eine französische Truma-Vertragswerkstatt in Perpignan erwies sich als absolut inkompetent. Glück im Unglück war die katalanische Vertragswerkstatt Caravan Center, die mit der Laptop-basierten Truma-Diagnose-Software den tatsächlichen Fehler schnell ermittelte und uns mit Heizlüfter und Stromanschluss über die Ausfalltage half. Unerklärlich bleibt, warum Truma nicht im Bedienteil der Heizung den tatsächlichen Fehler anzeigt.
Zum Anderen war das der Versuch, in unser Wohnmobil einzubrechen. Der Vorfall an sich und der entstandene (überschaubare) Schaden haben uns einen nachhaltigen Schreck versetzt. Die Tatsache, dass es nicht gelungen ist, in das Wohnmobil einzudringen, hat bestätigt, dass wir die richtigen Sicherungselemente einbauen lassen haben (die die Herstellerfirma CS-Reisemobile glücklicherweise im Angebot hatte).

Besonders erfreulich war für uns, dass nach der Heizungsreparatur unser Wohnmobil seine Wintertauglichkeit bewiesen hat. Waren die Nächte in Ost-Spanien schon kalt, auf der Rückreise hatten wir nicht nur in den Pyrenäen, sondern bis nach Hause jede Nacht Frost. Dabei war es im Wohnmobil immer angenehm warm und wir konnten täglich heiß duschen.

In Frankreich haben wir uns im letzten Frühling über eine besonders gute Infrastruktur für Wohnmobile gefreut. Jetzt im Winter war die erheblich eingeschränkt. Viele Entsorgungsstationen und besonders Frischwasser-Versorgungen waren, vermutlich wegen Frostgefahr, geschlossen, zugesperrt, das Wasser abgesperrt, die Wasserhähne heraus gedreht.
Damit ist der Bericht von unserer Reise durch Katalonien / Ost-Spanien abgeschlossen.
Liebe Krim, lieber Reinhard,
herzlichen Dank für eure spannenden, unterhaltsamen und informativen Reiseberichte. Da wir uns ja noch immer im schwedischen Winter befinden, haben uns all die schönen Bilder das Herz erwärmt. Und natürlich schon wieder Reiselust und Vorfreude geweckt auf neue Ziele. Die eingefügten Karten sind sehr hilfreich: man kann sich einerseits geografisch orientieren und bekommt andererseits durch die kleinen Bilder schon gleich einen ersten Eindruck.
Liebe Grüsse
Annette und Beat