Womo-Erfahrungen

Allrad-Antrieb

Wer schon mal auf unbefestigten Straßen unterwegs war, weiß, dass bei tief eingefahrenen Fahrspuren das Fahrzeug Gefahr läuft aufzusetzen. Ein weiteres Problem besteht beim Furten von Gewässern, das Fahrzeug kann aufschwimmen und kippen. Bei der Bestellung des Mobils war uns schon klar, dass wir damit eine ausgedehnte Reise durch Island machen wollten. Ins isländische Hochland dürfen nur Allrad-Fahrzeuge, u. A. wegen der o.g. Gefahren. Aber auch auf den vielfach miserablen griechischen Straßen sowie auf vereisten Straßen in Lappland und in vielen anderen Situationen haben sich der zuschaltbare Allrad-Antrieb und die zusätzlich einschaltbare Getriebeuntersetzung bewährt.

Handbremse

Die „Feststellbremse“ (Handbremse) ist bei diesem Sprinter-Modell offenbar eine ‚windige Konstruktion’. Die “Betriebsbremse” (Fußbremse) wirkt über Scheibenbremsen an allen vier Rädern; die ist sehr effektiv. Für die Feststellbremse sind an den Rädern der Hinterachse zusätzlich Trommelbremsen montiert. Mehrmals war sie so weit verstellt, die Beläge abgefahren oder die Drahtseile gelängt, dass sie das Fahrzeug nicht feststellte.

Auf zwei Reisen in Nord-Norwegen ist bei Winterkälte mit Schnee und Eis der Seilzug der Feststellbremse (Handbremse) an einem der Hinterräder ausgehakt und musste in einer Werkstatt wieder eingehakt werden.

Reifendrucküberwachung

Die drahtlose Reifendrucküberwachung hat den Druckabfall gemeldet, als wir uns in der Toskana eine Schraube in einen Vorderreifen gefahren hatten. So konnten wir schnell eine Werkstatt aufsuchen, die den Reifen geflickt hat, bevor das Fahrzeug auf der Felge stand.

Auf der Südwest-Europa-Rundreise im Frühjahr ist uns während der Fahrt ein Reifen geplatzt. Die Reifendrucküberwachung hat gewarnt, sodass wir noch rechtzeitig abbremsen und an den Straßenrand fahren konnten.

In Südamerika hat einer der vorderen Reifen dauernd Luft verloren, wenn auch nicht dramatisch. Mit der drahtlosen Reifendrucküberwachung hatten wir die Situation stets im Blick und haben alle paar Tage Luft nachgefüllt.

Auf unserer Irlandreise sank der Druck des rechten vorderen Reifens langsam aber kontinuierlich und beunruhigend. Dank der elektronischen Überwachung konnten wir rechtzeitig Luft nachfüllen und eine Reifenwerkstatt aufsuchen. Dort wurde ein Nagel in der Lauffläche entdeckt, das Loch konnte geflickt werden.

Ähnliches ist uns auf der Winterreise durch Südwest-Europa in Portugal passiert. Hier war es eine Schraube im linken vorderen Reifen, die den Druck langsam abfallen ließ. Auch in diesem Fall hat uns die elektronische Überwachung rechtzeitig eine Reifenwerkstatt aufsuchen lassen, die das Loch umgehend flickte.

Navigationssystem

Map Pilot

Das Navi ‚Map Pilot‘ von Harman Becker hat uns einige Probleme bereitet:

  • Karten updates sind teuer. Aber schlimmer ist, dass das System bei Routenberechnungen die Außenmaße des Fahrzeugs nicht berücksichtigt. So hat es uns in Südeuropa in viel zu enge Gassen und Torbögen geschickt. In Griechenland hat es alle Pfade als Straßen angezeigt, auch solche, die schon seit dem Altertum nicht mehr benutzt wurden. Es hat diese auch in die Routenvorschläge einbezogen und uns in gefährliche Situationen gebracht.
  • Bei der Vorbereitung unserer Kanada-Reise haben wir erfahren, dass das Nordamerika-Kartematerial für das System nicht in das europäische Speichermodul geladen werden kann.
  • Irgendwann war der Akku des Speichermoduls defekt. Dabei wurde offenbar der Datenspeicher in Mitleidenschaft gezogen. Trotz inzwischen mehrmaligen neu Aufsetzen des gesamten Systems und seiner Speicherinhalte stürzt irgendwann das Navi ab und verursacht einen Reset des Fahrzeugradios, das mit dem Navi verbunden ist. Auch ein neuer Akku im Speichermodul hat das Problem nicht behoben.

Harmann Becker hat im Februar 2025 per E-Mail mitgeteilt: „Der Support-Zeitraum ist nun abgelaufen, und wir haben unseren Shop für Kartenupdates zum Jahresanfang eingestellt.“

Die Systemabstürze mit Reset des Fahrzeugradios haben sich gehäuft. Darum nutzen wir dies Navi nicht mehr.

Garmin Camper 770 LMT-D

Das Garmin-Navi Camper 770 LMT-D hat sich für uns bewährt, auch in Südamerika. Den Kartensatz ‚City Navigator Süd Amerika NT‘ mussten wir dazukaufen und downloaden. Für die USA und Kanada haben wir eine microSD-Karte zum Einstecken in das Gerät beschafft, den Kartensatz ‚City Navigator Nord Amerika NT‘ gekauft und per Download auf diese Speichererweiterung geladen.

Fünf Jahre nach dem Kauf hat das Navi 770 LMT-D nicht mehr zuverlässig funktioniert. Beim Versuch, ein Ziel zu speichern, wurde die Meldung „Datenbankfehler“ angezeigt, die Speicherung nicht ausgeführt. Das Gerät hat noch die aktuelle Position und akute Meldungen angezeigt. Auch früher gespeicherte Ziele konnten noch aufgerufen und für eine Route vorgegeben werden. Damit haben wir uns noch bis zur Rückverschiffung des Fahrzeugs nach Deutschland beholfen. Zu Hause haben wir dann von Garmin das neuere Navi Camper 795 beschafft.

Garmin Camper 795

Auch das Garmin-Navi Camper 795 hat sich für uns bewährt. In Europa nutzen wir darin häufig die Stellplatzsuche per campercontact, das als offline-Funktion im Gerät integriert ist.

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Rückfahrkamera

Die Rückfahrkamera ist angesichts der Länge und Höhe des hinten geschlossenen Fahrzeugs eine große Hilfe beim Rückwärtsfahren. Besonders wichtig ist sie, wenn zu Hause in Hamburg einer von uns allein mit dem Fahrzeug unterwegs ist.

Das Gehäuse der Original-Rückfahrkamera von Mercedes wurde nach einiger Zeit undicht, sodass sich darin bei Regen Wasser sammelt. Zwar funktioniert die Kamera selbst noch, aber im Gehäuse stehendes Wasser oder das Beschlagen der Kameralinse beeinträchtigt das Videobild.

Nach Reparatur und Abdichtung des Gehäuses mit Dichtmasse während unserer Finnlandreise war es zunächst dicht. Nach ein paar Jahren hatten wir aber wieder Wasser im Gehäuse. Wir haben darum eine Rückfahrkamera von Garmin nachgerüstet, die über eine Funkverbindung das Videobild auf unser Garmin-Navi Camper 795 überträgt. Das Farbbild ist besser und höher aufgelöst, als das Schwarzweißbild des in die Jahre gekommenen Systems von Mercedes-Kamera und -Display.

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Stromversorgung

Beim Kilometerstand des Fahrzeugs von rund 175.000, schwächelte die Bordbatterie nach sechs Jahren Dauerbetrieb, davon ungefähr die Hälfte intensiv (auf Reisen): In einer recht kalten Herbstnacht fiel am frühen Morgen die Heizung wegen Unterspannung aus. Die Überprüfung in einer Fachwerkstatt bestätigte das Ende der Batterie.

Zusammen mit dem Austausch durch eine baugleiche neue Batterie haben wir von CS einen Ladebooster installieren lassen. Der sorgt jetzt während der Fahrt für eine kontinuierliche, zuverlässige Ladung des Akku. Früher sind wir immer mit Abblendlicht gefahren (nicht Tagfahrlicht), um für einen möglichst durchgehenden Betrieb der Lichtmaschine zu sorgen. Zur Verbrauchsoptimierung des Kraftstoff schaltet sie nämlich ab, sobald die Starterbatterie fast voll geladen ist. Der Booster hält nun die Lichtmaschine länger eingeschaltet.

Der Ladebooster ist eine wesentliche Verbesserung für unsere Stromversorgung. Sobald wir ein paar zehn Kilometer gefahren sind, ist die Bordbatterie voll geladen.

Nach etwa 4¼ Jahren setzte der Ladebooster zeitweise aus und funktionierte nur noch sporadisch. Immerhin hatte er fünf Jahre Garantie. Über CS-Reisemobile haben wir ihn an den Hersteller Votronic senden lassen. Dort wurde kein Fehler festgestellt, aber die Anschlusskontakte wurden erneuert. Etwa ein halbes Jahr später fiel der Booster wieder aus, weil ein Kabel nicht fest genug angeschlossen war. Die erneute Überprüfung bei Votronic fiel wieder fehlerfrei aus und jetzt arbeitet das Gerät wieder ordnungsgemäß.

 

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Gasversorgung

In den nordischen Ländern kann Butangas nicht ganzjährig genutzt werden. Es hat einen Verdampfungspunkt von -0,5°C. Das bedeutet, bei Frost wird es nicht gasförmig. In Norwegen, Schweden, Finnland und Island sind die CampinGaz-Flaschen daher nicht erhältlich. Der Gasflaschenkasten unseres Wohnmobils grenzt an den beheizten Doppelboden, daher hatten wir wohl nie Probleme damit. Für die dreimonatige Islandreise haben wir drei der Butangasflaschen mitgenommen, um einen Engpass zu vermeiden.

In Kanada mussten wir eine in Nordamerika zugelassene Gasflasche beschaffen, Details dazu sind in der Zusammenfassung der Kanada-Reise beschrieben. So hatten wir zwangläufig einen Langzeittest mit Propangas.

Die amerikanische Gasflasche konnten wir von unserer Kanada-Reise mit nach Hause nehmen. Für die Reise durch ganz Nordamerika hatten wir sie noch zu Verfügung. Glücklicherweise wurde uns erlaubt, sie mit in die USA zu verschiffen und wir konnten sie auf der gesamten Reise nutzen. Zur Rückverschiffung des Wohnmobils nach Hamburg war nicht erlaubt, Gasflaschen im Fahrzeug zu lassen, auch keine leere. Darum haben wir sie in Halifax bei einer Sammelstelle abgegeben.

Mit der ALU(mini) Propangasflasche (siehe auch Womo-Nachrüstungen) haben wir inzwischen gute Erfahrungen. Zu Hause in Hamburg konnten wir sie problemlos füllen lassen. Inzwischen haben wir entsprechende Erfahrungen auch in Kiruna (Nord-Schweden), im Umland von Bergen (Norwegen), an diversen Tankstellen in Rumänien und an einzelnen (in den Womo-Führern genannten) Gas-Tankstellen in Portugal. Auch in Uruguay, Argentinien sowie (schwieriger und abenteuerlich) in Chile als auch in Irland (siehe unten) ist es uns gelungen, die Flasche füllen zu lassen. In Spanien haben wir nur im Süden zwei Tankstellen gefunden, die sie füllten.

Für die Irlandreise hatte ich bei park4night Möglichkeiten zum Füllen der Propangasflasche recherchiert und mehrere Gashändler gefunden. Die Informationen waren aber bei keinem eindeutig, dass Gasflaschen nicht nur getauscht sondern auch gefüllt würden. Dann bin ich auf einen Standort gestoßen, südöstlich von Cork, der so beschrieben war: „Die einzige Fabrik in der Republik Irland, die es Ihnen ermöglicht, IHRE Gasflaschen zu füllen, ohne sie durch irische Flaschen zu ersetzen.“

Nach fünfwöchiger Nutzung der Gasflaschenfüllung passte dieser Standort als Abstecher zu unserer Reiseroute. Wir sind also dort hin gefahren, die Gegend wurde immer einsamer. Am angegebenen Ort (Fort Davis Road, P25 NW64 Carlisle, Koordinaten: 51.8180, -8.2549 (lat, lng) / N 51°49’4.728” W 8°15’17.5356”) erreichten wir die Einfahrt zu einem riesigen Gas-Lager mit vielen großen Gastanks.

Der Security-Mann an der Einfahrt stoppte uns sehr freundlich und fragte, was wir wollten. Ich habe ihm unsere ALU(mini) Gasflasche gezeigt und er hat sie ins Werk mitgenommen. Nach einiger Zeit kam ein Werker mit der leeren Flasche zurück und fragte nach Adaptern. Den Adapter für Amerika hat er mitgenommen, der ist relativ lang. Damit konnte der Füllstutzen angeschlossen und die Gasflasche gefüllt werden.

Auf meine Frage nach den Kosten für die Füllung erhielt ich die Antwort: „Die Menge ist so klein, dafür können wir keine Rechnung ausstellen“. Wir haben uns sehr gefreut und uns ganz besonders bedankt.

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Heizungsprobleme

Auf der zweiten Reise fiel die Truma Combi D 6 Dieselheizung mehrmals aus. Trotz halb vollem Tank zeigte das Steuergerät den Fehlercode für ‚Tank leer‘ an. Daraufhin wurde in einer Fachwerkstatt die Glühkerze gewechselt (als Garantiefall). Zwei Monate später trat der Fehler wieder auf. Die nun beauftragte Fachwerkstatt hat sowohl die Kerze als auch deren elektronische Ansteuerung durch neuere Ausführungen ersetzt (auch in Garantie). Danach funktionierte die Heizung lange problemlos.

Als die Heizung gut zweieinhalb Jahre alt war, kam es immer wieder vor, mal häufiger, mal nur sporadisch, dass sie beim Anspringen heftig qualmte. Dicke, bläulich-weiße Rauchschwaden kamen aus dem Kamin an der Fahrzeugseite. Ausschalten (Thermostat auf einen Wert unter Raumtemperatur eingestellt) und nach kurzer Pause wieder Einschalten hat das regelmäßig behoben.

Laut Truma „kommen verschiedene Ursachen für das Auftreten des weißen Qualms in Frage, darunter Kondenswasser oder Kraftstoffablagerung. In diesen beiden Fällen lässt sich der Fehler ggf. mit folgendem Vorgehen beheben: Nehmen Sie die Combi Diesel im reinen Warmwassermodus in Betrieb für ca. 2 Stunden. In dieser Zeit sollte regelmäßig Warmwasser entnommen werden (ca. alle 15 Min. 2-3 Liter), damit die Temperatur im Wasserbehälter wieder reduziert wird und die Heizung weiterhin im Betrieb bleibt / nicht ins Standby schaltet. Auf diese Weise werden etwaige Kraftstoffablagerungen ‚freigebrannt‘ und Kondenswasser kann verdunsten. Dadurch lässt sich das Auftreten des weißen Qualms beseitigen.“ Das Problem wurde dadurch verringert aber nicht vollständig behoben.

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Im Alter von fünf Jahren und vier Monaten und einem Kilometerstand von rund 153.600 des Wohnmobils mussten wir in Südnorwegen erneut den Glühstab austauschen lassen. Der zündete nur noch, wenn das Wohnmobil an eine externe 230 V-Steckdose angeschlossen und somit die Bordspannung im Fahrzeug höher als 13 V war.

Bei scharfem Frost geliert der Diesel zusammen mit Kondenswasser im Tank und verstopft damit offenbar die Dieselzufuhr der Heizung. Auf zwei Reisen in den Winter Nord-Skandinaviens haben wir diese unangenehme Erfahrung gemacht. Ein Diesel-Additiv gegen Gelieren hilft dagegen. In einer Truma-Vertragswerkstatt in Nord-Norwegen haben wir erfahren, dass dort Dieselheizungen kaum verbreitet sind.

Mit diesen Erfahrungen würden wir die Heizung mit dem Elektro-Zusatz konfigurieren. Damit ist ihr Betrieb unabhängig vom Diesel möglich, wenn das Wohnmobil an eine Steckdose angeschlossen ist, z.B. auf Campingplätzen und einigen Stellplätzen.

Bei rund 218.400 km im Alter von sieben Jahren und acht Monaten haben wir zur Vorbereitung der Südamerika-Reise eine vorbeugende Wartung der Heizung durchführen lassen.

Einige Wochen nach Rückkehr von der Nordamerika-Rundreise, etwa bei rund 313.500 km im Alter von zehn Jahren und drei Monaten ließ sich die Heizung mal wieder nicht starten. Wieder zeigte bei halb vollem Tank das Steuergerät den Fehlercode für ‚Tank leer‘ an. In einer Truma-Fachwerkstatt wurde diagnostiziert, dass der Brenner defekt war (offenbar nicht die Glühkerze). Der Brenner wurde ausgetauscht. Der Lüfter war nicht mehr in sehr gutem Zustand. Darum wurde er auch ausgetauscht und zwar aus dem Bestand der Truma-Ersatzteile, die wir für die Südamerika-Rundreise vorsorglich beschafft und mitgenommen hatten.

Truma-Höhenkit

Das Höhenkit der Truma-Heizung hat sich auf der Südamerika-Reise, in den Anden in Höhen bis über 4.000 m, bewährt.

Mückennetz

Das Mückennetz im seitlichen Eingang, innen vor der Schiebetür, ist ein großartiger Insektenschutz. Auf Reisen wird es erheblich beansprucht. Erschwerend kommt hinzu, dass die beiden Teilnetze bei starkem Wind auseinander gezogen bzw. nur schwierig zusammen zu bringen sind. Daher lässt es sich kaum verhindern, dass sich beim Schließen und Öffnen der Schiebetür gelegentlich eins der Teilnetze an der Tür verfängt. Ein paar mal haben wir Risse und Löcher im Netz geflickt. Aber nach fast neun Jahren im Einsatz war das Netz brüchig und nicht mehr zu retten. Die Original-Türdichtung konnte CS wiederverwenden, ein neues Netz annähen und wieder in den Türrahmen einsetzen.

Badezimmer

In gemieteten Wohnmobilen hatten wir jeweils eine kombinierte Nasszelle. Zum Duschen musste eine Duschwannenabdeckung heraus genommen, das WC weggedreht und ein Duschvorhang um den Körper gezogen werden. Das war eng und unbequem. Danach war der Toilettenraum teilweise nass.

In unserem Bad mit Waschtisch und Spiegelschrank, einer relativ großen, festen Duschkabine und einer davon getrennten Toilette ist das viel entspannter. Aber unser Badezimmer hat auf Reisen noch weitere Funktionen. Wie selbstverständlich wir die nutzen, ist uns erst richtig bewusst geworden, als wir von anderen Wohnmobilreisenden gehört haben, dass sie Engpässe beim Trocknen von Wäsche und nasser Kleidung haben.

Selbstverständlich können wir hier keine “Große Wäsche” waschen oder trocknen. Aber für Unterwäsche und Socken, Pullover, Hemden, Blusen und Hosen reicht es schon. Die werden im Waschbecken gewaschen und vor dem Ausspülen in der Duschwanne zwischengelagert. An einer an den Duschkopf gehängten kleinen Wäschespinne und der ausziehbaren Wäscheleine werden sie getrocknet. So sind wir lange unabhängig von Waschsalon bzw. Campingplatz. Im Bad hängen wir nasse Kleidung auf, wenn wir aus Regen und Schnee ins Womo kommen, oder stellen Schuhe zum Trocknen auf eine Unterlage in die Duschwanne.

Toilettenkassette

Dreimal ist bisher der Schließmechanismus der Fäkalien-Kassette unserer Thetford C250/260Toilette gebrochen:

  • nach 3 Jahren und 11 Monaten bei Kilometerstand etwa 110.000
  • nach 8 Jahren und 2 Monaten bei Kilometerstand etwa 233.000
  • nach 9 Jahren und 8 Monaten bei Kilometerstand etwa 285.000

Das bedeutete jeweils, das Klo war unbrauchbar.

Der erste dieser Vorfälle war sechs Wochen vor Ende unserer sechsmonatigen Kanada-Reise. In Nordamerika gibt es keine Ersatzteile für diese Toiletten und wir mussten bis zum Ende der Reise improvisieren.

Danach haben wir den kompletten Mechanismus als Ersatzteil beschafft und ausgetauscht. Das ist schwierig, Kraft raubend und nur mindestens zu zweit möglich. Die weiteren Male hatten wir jeweils das Ersatzteil an Bord und konnten es sofort austauschen.

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SOG

Das Kernstück der SOG-Toilettenentlüftung, der Lüfter (Ventilator) ist uns bisher viermal ausgefallen:

  • Der erste lief 7 Jahre und 3 Monate, etwa 205.600 km.
  • Der zweite lief 1 Jahr und 11 Monate, etwa 57.000 km.
  • Der dritte lief 1 Jahr und 3 Monate, etwa 51.000 km.
  • Der vierte lief 11 Monate, etwa 26.000 km.

Die letzten drei Laufzeiten sind ärgerlich. Immerhin kann ich dieses Teil leicht selbst austauschen.

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Autarkie

Neben Winterfestigkeit und einer gewissen Geländetauglichkeit des Wohnmobils ist uns auf Reisen größtmögliche Unabhängigkeit am wichtigsten. Mit großem Wasservorrat und Spardusche, mit großem Dieseltank, Diesel-betriebener Heizung und geringem Gasverbrauch, nur zum Kochen, sowie mit großer Batteriekapazität und Solaranlage sind dafür die Voraussetzungen vorhanden. Die hat der nachgerüstete Ladebooster noch verbessert. Auch die Nutzung des Thetford-Chemie-Klo als Trenntoilette trägt zur Autarkie bei und zu entspannterem Reisen. Für jeweils bis zu fünf Tage sind wir autark. Einen Campingplatz brauchen wir garnicht mehr.

Fahrzeugmaße

Mit den beiden Solarpanels und dem Hebe-Schiebedach auf dem Hochdach sind die Außenmaße des Reisemobils: Länge 5,91 m, Breite 1,99 m, Höhe 3,26 m.

Die Breite ist schlanker, als manche Limousine. Die Länge ist selbst im Stadtverkehr noch relativ handlich und immerhin haben wir auch in Hamburg bisher noch immer einen passenden Parkplatz gefunden. Einen Vorteil bedeutet diese Länge auf vielen Fähren. In Skandinavien, einem unserer bevorzugten Reisegebiete, sind die Tarife für Fahrzeuge bis sechs Meter Länge noch moderat, darüber steigen sie erheblich. Ähnliches haben wir in Kanada erlebt, wo die Schwelle bei 20 Fuß (6,096 m) liegt. Wegen der großen Höhe bieten die Fahrzeugseiten erhebliche Angriffsflächen für Wind. Seitenwind, insbesondere Böen, sind in den Armen des Fahrers deutlich spürbar. Mit zulässigem Gesamtgewicht von 3,5 t gilt das Mobil noch als Pkw.

Auflastung nicht möglich

Beim Beladen des Wohnmobils müssen wir stets sehr auf das Gewicht achten. Das Gesamtgewicht von 3,5 t hält keine großen Gewichtsreserven bereit. Wenn z.B. auf Reisen in Südeuropa Olivenöl und Wein als Mitbringsel locken, müssen wir uns zurückhalten. Wir haben mal erwogen, das Fahrzeug nachträglich auf 3.850 kg aufzulasten. Dann wäre es allerdings kein PKW mehr. Aber eine entsprechende Anfrage bei Mercedes-Benz wurde negativ beschieden. Bei der Neubestellung wäre es gegen Aufpreis möglich gewesen.

Hersteller

CS-Reisemobile, die unser Wohnmobil gebaut haben, ist eine relativ kleine Manufaktur. Wir schätzen an der Firma exzellente handwerkliche Arbeit, Ideenreichtum, Top-Service und persönliche Kundenbetreuung.

Angesichts der oben aufgeführten Ausrüstung und Einrichtung des Mobils wird deutlich, dass es seinen Preis hat. Aber für uns ist jeder Euro gut investiert. Wir haben auf Reisen durch Island, Australien, Skandinavien, Neuseeland und Yukon/Alaska Erfahrungen mit verschiedenen gemieteten Wohnmobilen gemacht. Daher hatten wir eine gute Vorstellung, was uns wichtig ist und was eher überflüssig (diese Vorgehensweise empfehlen wir allgemein für den Kauf eines Wohnmobils). Nach diesen intensiven Erfahrungen, dem Besuch einiger Camping-Messen und bei Wohnmobilhändlern war die erste Inaugenscheinnahme eines CS-Reisemobils beim Hersteller eine Offenbarung.

Außendekor

Normalerweise sind die Reisemobile von CS an einem unaufdringlichen Dekor erkennbar. Wir haben auf dies Dekor verzichtet, weil wir anfangs die Idee hatten, das Mobil mit einigen unserer Fotos zu folieren. Aber dann haben wir schnell den Eindruck gewonnen, dass das relativ unauffällige, weiße Fahrzeug vorteilhaft für Stellplätze abseits von Campingplätzen ist.

Dennoch haben wir inzwischen die Adresse unseres Blogs ‚Herumkommer.de‘ auf unser Wohnmobil gedruck. Diese „Veröffentlichung“ ist auch als Einladung zu verstehen, uns anzusprechen, wenn wir unterwegs gesichtet werden.

 

 

Mehr Erfahrungen und Bilder

Spezielle Erlebnisse mit unserem Wohnmobil haben wir in den folgenden Blogbeiträgen berichtet:

Weitere Fotos von unserem Womo in der Landschaft des jeweligen Reiselandes sowie weitere Erfahrungsberichte gibt es jeweils in den Zusammenfassungen/Resümees der Reisen, die wir mit diesem Mobil unternommen haben:

 

->  Fahrzeug-Instandhaltung

->  Ausbau-Reparaturen

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