Zur Südinsel

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Wir sind nun zwei Wochen auf der neuseeländischen Nordinsel umher gereist. Es gibt hier noch sehr viel zu sehen, aber die Südinsel gilt als noch erheblich interessanter. Daher wollen wir dort den größeren Teil unserer Reise verbringen.

Über den Vermieter unseres Wohnmobils, Wilderness Motorhomes, haben wir die Fährpassage von der Hauptstadt Wellington auf der Nordinsel zu der kleinen Hafenstadt Picton auf der Südinsel gekauft. Dabei mussten wir uns noch nicht auf ein Datum festlegen. Mit einem Anruf bei Wilderness und einem Rückruf ist die Fähre für den nächsten Tag gebucht. (Übrigens erlauben viele neuseeländische Wohnmobil-Vermieter diese Fährpassage mit dem Motorhome garnicht.)

In Wellington angekommen, gewinnen wir die Erkenntnis, dass es schwierig wird, in der Großstadt und ihrer Umgebung einen Stellplatz für Nacht zu finden. Daher reift der Gedanke, falls möglich, noch heute auf die Südinsel überzusetzen. Beim Abholen der Fährtickets fragen wir, ob die am Kai liegende Fähre uns eventuell noch mitnimmt. Und so erwischen wir noch die letzte Überfahrt des Tages.

Die Schiffspassage durch die Cook Strait gilt als eine der übelsten der Welt, mit heftigem Wind und rauher See ist immer zu rechnen. Wir haben Glück und die See ist ungewöhnlich ruhig. Wegen der Fahrt durch die Dunkelheit sehen wir aber nichts von der hoch gepriesenen Passage durch den Queen Charlotte Sound nach Picton.

Und was wir nicht bedacht haben: Nach der Ankunft in Picton müssen wir im Dunkeln einen Stellplatz suchen. Im Ort erscheint das aussichtslos. Also machen wir uns auf den Weg nach Westen, auf der Küstenstraße ‚Queen Charlotte Drive‘. Die gilt als sehr pitoresk, mit vielen Ausblicken auf den Queen Charlotte Sound. Aber im Dunkeln ist sie vor Allem sehr anstrengend, eng, mit vielen noch engeren Kehren, mit recht stelen Anstiegen und Gefällen. Der Herumkommer kommt beim Fahren ordentlich ins Schwitzen und Frau Rumkommer versucht mit ihren Augen die Dunkelheit zu durchbohren. Als wir nach etwa einer Stunde Fahrt einen einigermaßen ebenen Parkplatz neben der Straße entdeckt haben, ist endlich Feierabend. In Augenschein nehmen können wir den Stellplatz erst am nächsten Morgen.

Und jetzt erkennen wir, dass es gut war, trotz Dunkelheit die Fähre am Vortag genommen zu haben: Uns pfeift starker Wind um die Ohren und die Wolken drohen mit Regen.

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Auf der Weiterfahrt in Richtung Nelson machen wir bei der Überquerung des Pelorus River eine makabere Entdeckung. Der Fluss zwängt sich hier durch sein felsiges Bett. Der helle Felsengrund lässt das Wasser besonders grün leuchten. Schilder an der Brücke lassen keinen Zweifel, dass es wichtig ist, vor dem Sprung von der Brücke in den Fluss zu warnen.

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Am Abend erreichen wir Collingwood an der Golden Bay, die auch alle Rottöne kann.

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