Broccoli ‚Te Anau‘

Von Queenstown aus fahren wir am südlichen Strang des Lake Wakatipu entlang nach Süden und später nach Westen in Richtung Fjordland. Auf dem Weg nach Te Anau fällt uns am State Highway 94 hinter The Key an einem Parkplatz ein Stück Land mit höchst ungewöhnlicher Vegetation auf. Auf einem Schild ist es als ‚Wilderness Scientific Reserve‘ ausgewiesen. Die niedrigen so genannten ‚Bog Pines‘ (Moor-Kiefern) und der darunter ausgebreitete beigefarbene Moosteppich sind Vegetationsformen, die zehntausend Jahre und mehr überdauert haben. So wie hier sollen vor tausenden Jahren ganze Landstriche ausgesehen haben. Besonders spektakulär ist der Ort nicht. Aber wir bewegen uns mit einer gewissen Ehrfurcht auf den Wegen zwischen diesen lebenden ‚Fossilien‘.

english:
From Queenstown we drive south along the southern branch of Lake Wakatipu and later west towards Fiordland. On the way to Te Anau we notice a piece of land with very unusual vegetation at State Highway 94 behind The Key at a parking lot. On a sign it is designated as ‚Wilderness Scientific Reserve‘. The low so-called ‚Bog Pines‘ and the beige moss carpet spread underneath them are vegetation forms that have survived ten thousand years and more. Thousands of years ago, like here, whole tracts of land should have looked. The place is not particularly spectacular. But we move with a certain awe of the paths between these living ‚fossils‘.

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Als wir Te Anau näher kommen, passieren wir eine am Highway gelegene Weide mit Hirschkühen. Wie viele Pflanzen und Tiere in Neuseeland sind Hirsche von frühen britischen Siedlern hier eingeführt worden und haben sich zunächst ungebremst ausgebreitet. Hirsche wurden ausgesetzt, um sie zu jagen. Da es in Neuseeland keine Landraubtiere gibt, haben sie sich so sehr vermehrt, dass sie zur Plage wurden. Irgendwann ist man dazu übergegangen, sie einzufangen und ihr Fleisch zu vermarkten. Und als der Markt für das Fleisch existierte, war der nächste Schritt, sie wie anderes Vieh auch, zu züchten und auf Weiden zu halten.

Als wir uns ihnen nähern, um sie zu fotografieren, halten alle Hirsche inne und blicken sehr konzentriert in die Richtung, in der sie uns vermuten. Nach einiger Zeit der Stille äsen sie wieder, aber ein Tier hält unentwegt Wache.

english:
Getting closer to Te Anau, we pass a pasture by the highway with deer cows. Like many plants and animals in New Zealand, deer were introduced here by early British settlers and initially spread undamped. Deer were abandoned to hunt them. Since there are no land predators in New Zealand, they have multiplied so much that they became a plague. At some point, one has begun to capture them and market their meat. And when the market for the meat existed, the next step was to breed them, like other cattle, and keep them on pastures.

As we approach them to photograph them, all the deer pause and look very focused in the direction they suspect us. After some silence, they are eating again, but an animal steadfast keeps watch.

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Nördlich des Ortes Te Anau machen wir am gleichnamigen See eine Pause. Frau Rumkommer hat wieder darum gebeten, das Wohnmobil an einem landschaftlich schönen Platz zu parken, für Kochen mit Aussicht. Die Patience Bay am größten Süßwasserreservoir der Südinsel, dem Lake Te Anau, kommt da gerade recht. Offenbar ist der Ort gut gewählt, denn er inspiriert Frau Rumkommer in ihrer Knoblauchküche zu einem herrlichen Camper-Gericht, Broccoli ‚Te Anau‘:

Zutaten:

  • 2 Köpfe Broccoli
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Esslöffel Kokosöl
  • 1 kleine Dose Kokoscreme
  • Gemüsebrühe
  • Sojasauce
  • Pfeffer und Salz
english:
North of the village Te Anau we take a break at the lake of the same name. Mrs. Roundgetter again asked to park the camper in a scenic spot, for cooking with a view. Patience Bay at the largest freshwater reservoir of the South Island, Lake Te Anau, comes just right. Apparently, the place is well chosen, because it inspires Mrs. Roundgetter in her garlic kitchen to a magnificent camper’s dish, Broccoli ‚Te Anau‘:

Ingredients:

  • 2 heads of broccoli
  • 2 cloves of garlic
  • 1 tablespoon of coconut oil
  • 1 small tin of coconut cream
  • 1 teaspoon vegetable stock
  • soy sauce
  • pepper and salt

Preparation:

Wash broccoli, clean and disassemble into small florets.

Peel and cut the stalk.

Heat coconut oil in a large saucepan,

braise the chopped garlic cloves and the broken broccoli in it.

Turn frequently.

Stew on a low flame for about 10 minutes.

Then add the coconut cream and bring to a boil.

Season with salt, pepper, 1 teaspoon vegetable stock and a few splashes of soy sauce.

Serve with white bread.

Knoblauch und Kokoscreme waren schon im Topf, als Frau Rumkommer dies Stillleben fotografiert hat
Knoblauch und Kokoscreme waren schon im Topf, als Frau Rumkommer dies Stillleben fotografiert hat

 

Zubereitung:

Broccoli waschen, putzen und in kleine Röschen zerlegen.

Den Stiel abschälen und zerteilen.

Kokosöl in einem großen Topf erhitzen,

die kleingeschnittenen Knoblauchzehen und den zerlegten Broccoli darin anschmoren.

Dabei häufig wenden.

Auf kleiner Flamme ca. 10 Minuten schmoren lassen.

Dann die Kokoscreme hinzufügen und aufkochen lassen.

Mit Salz, Pfeffer, 1 Teelöffel Gemüsebrühe und ein paar Spritzern Sojasauce würzen.

Mit Weißbrot servieren.

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2 Kommentare zu „Broccoli ‚Te Anau‘“

  1. Die Kombination von Broccoli und Kokos tönt sehr spannend. Das wollen wir im Frühjahr, wenn wir wieder auf Achse sind, unbedingt ausprobieren.
    Und dann all die Bilder … Seufz!
    Schade liegt Neuseeland so abgelegen. ;)

    1. Liebe Annette, lieber Beat,

      dies ist ein typisches Gericht von Frau Rumkommer. Ich würde möglichst nach Rezept kochen, sie ist stets kreativ. Sie entwickelt etwas aus den Zutaten, die sie vorfindet. Dabei stellt sie sich vor, wie das Resultat schmecken soll. So bekommt sie eine Vorstellung, in welcher Reihenfolge und in welchen Mengen sie die Zutaten zusammen zu bringen hat. Ich halte das für eine große Begabung.

      Dass etwas nachgewürzt werden muss, kommt kaum vor. Dass etwas nicht richtig gut wird, ist extrem selten. An einen völligen Flop erinnere ich mich nicht.

      In diesem speziellen Fall hat sie daran gedacht, dass in Südostasien, z.B. in der thailändischen Küche, Gemüse mit Kokosmilch/Kokscreme sehr üblich ist.

      Und wenn ich irgendwann empfehle, mal wieder Dies oder Jenes zu kochen, dann hat sie üblicherweise das damals erfolgreiche Rezept nicht fixiert. Aber sie entwickelt dann eben wieder etwas Neues. Manchmal auf Reisen, wie in diesem Fall, hat sie den Impuls, solch ein Gericht zu dokumentieren.

      Für den Herumkommer ist diese leidenschaftliche, kreative Art des Kochens ein regelmäßiges Vergnügen, nicht nur Unterwegs. Was die Sache noch besser macht, ist die Tatsache, dass Frau Rumkommer meistens nicht länger als eine Viertelstunde braucht, bis das Essen auf dem Tisch steht.

      So erklärt sich die ‚Knoblauchküche‘ im Untertitel unseres Blogs.

      Herzliche Grüße in den Tiefschnee, auch von Frau Rumkommer,
      Herumkommer

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