58 Tage waren wir unterwegs, nun ist unsere Frankreich-Rundreise beendet und wir sind zurück in Hamburg. 7 ½ Wochen waren wir in Frankreich und haben es fast umrundet. Frau Rumkommer ist der Meinung, wir hätten eine Rundfahrt um Paris gemacht. Nun es war ungefähr der größte Bogen, den man in Frankreich um Paris herum machen kann.
Frankreich ist ein Wohnmobil-Land. Wir haben dort deutlich mehr Wohnmobile (Womos) auf den Straßen gesehen, als in Deutschland. Offenbar bereisen sehr viele Franzosen auf diese Weise ihr Land. Die klimatischen und touristischen Voraussetzungen dafür sind gut.
Darüber hinaus ist die Infrastruktur für Wohnmobile sehr gut. Campingplätze gibt es sowieso überall, in touristisch interessanten Gebieten sogar gehäuft. Aber auch Womo-Stellplätze, die für uns interessanter sind, sowie Ver- und Entsorgungsstationen, sind praktisch flächendeckend vorhanden.


Die andere Seite der Medaille des hohen Womo-Aufkommens sind viele für Wohnmobile gesperrte Parkplätze, häufig durch Querbalken in gut zwei Metern über der Einfahrt.
Viele Orte haben Regelungen für Womos zum Parken erlassen , z.T. auch für Durchfahrten in bestimmten Bereichen, und kündigen dies auf Schildern an den Einfallstraßen an. Nicht selten ist es allerdings tatsächlich sinnvoll, sperrige Womos frühzeitig aus Orten mit engen Gassen heraus zu halten. Aber insbesondere an vielen beliebten Stränden werden Womos auf Abstand gehalten, und deren Fahrer müssen längere Fußwege in Kauf nehmen! Unter dem Strich bleibt jedoch ein positives Bild: Wir hatten keine Probleme, einen offiziellen Stellplatz für die Nacht zu finden, fast immer gebührenfrei.

Diese sind in vielen Orten ausgeschildert, Campingplätze sowieso. Zufällig sind wir auf eine Frankreich-Karte mit kostenlosen Stellplätzen gestoßen, die wir ohne Zögern für 10 € gekauft haben. Eine gute Investition. Ebenfalls sehr gute Erfahrungen haben wir mit den Reiseführern der Womo-Reihe, die im jeweils beschriebenen Gebiet detaillierte Informationen zu Stellplätzen und einzelnen Campingplätzen bieten.
Einmal in den Niederlanden und dreimal in Frankreich haben wir auf Campingplätzen übernachtet, vor Allem, um unsere Bordbatterie wieder voll zu laden, aber auch um unser Internet-Prepaid-Konto zu schonen (per WLAN des Campingplatzes). Für solche Übernachtungen haben wir eine ACSI-Card, mit der man in ganz Europa in der Nebensaison vergünstigt die teilnehmenden Campingplätze mit dem Wohnmobil nutzen kann. Ver- und Entsorgung sind dann schon enthalten, oft auch WLAN. In Frankreich beteiligen sich überall sehr viele Campingplätze.
Als Knüller hat sich für uns ‚France Passion‘ erwiesen (siehe Weinberg mit Aussicht …, Regennächte, Reizendes Weißweinplätzchen …, Ziegenkäse – einfach lecker!, Rotwein aus dem Médoc, Corme-Écluse, Saline ohne Salz). Bei 18 kostenlosen Übernachtungen (fast 1/3 der 58) auf Stellplätzen von Bauernhöfen, Winzern, Destillerien, Käsereien, Forellenzuchten, einer Saline etc. hatten wir nur einen Platz (bei einem Landhandel), der nicht sehr schön oder idyllisch war. Immerhin waren die Erdbeeren dort frisch, die Konfitüren erlesen und der Käse delikat.
Man ist nicht verpflichtet, etwas zu kaufen. Aber die Lebensmittel, die an diesen Stellplätzen in Hofläden etc. angeboten wurden, waren von höchster Qualität, und wir haben mit Lust eingekauft. Manchmal haben wir auch vorher probiert und sind so an Leckereien geraten, die wir sonst nicht entdeckt hätten. Dadurch blieb uns der eine oder andere Einkauf im Supermarkt erspart. Außerdem hatten wir so oft wunderbare Gespräche und freundschaftliche Begegnungen mit Einheimischen.




Im Vergleich zu den vielen Womo-Schlachtschiffen, die uns häufig begegnen, haben wir mit 5,91 m Länge, 1,99 m Breite und maximal 3,5 t Gesamtgewicht ein Fahrzeug, das im Prinzip als Pkw durchgeht und keinen darüber hinaus gehenden Verkehrsbeschränkungen unterliegt. Und wir kommen damit durch die engsten Gässchen, wie wir „auf Anweisung des Navi“ unter Schwitzen und mit eingeklappten Außenspiegeln schon geübt haben.



Im Gegensatz zu fast allen anderen Womos ist unseres schlicht weiß und ohne jede Aufschrift des Herstellers. Ursprünglich hatten wir die Idee, das Fahrzeug rundum mit einer Auswahl unserer besten Reisefotos folieren zu lassen. Daher haben wir auf das dezente CS-Dekor (außen) verzichtet, denn das hätte zum Folieren wieder entfernt werden müssen. Inzwischen haben wir aber den Eindruck, dass unser schlichtes Design das geparkte Fahrzeug unauffällig macht. Das finden wir beruhigend.


Der Bericht von unserer Frankreich-Rundreise ist damit abgeschlossen.


hallo ihr 2 rumkommer! selber vielreiser mit unserer selbstgebauten, ausklappbaren travelbox mit hubdach. dadurch so wie bei euch geringe größe, spart autobahngebühren, fährgebühren sowieso. sehr interessant finden wir france passion, wo kann man diese karte kaufen? haben vor nextes frühjahr über frankreich nach spanien zu fahren, gibts so eine karte zufällig auch für spanien?
ganz liebe grüße aus wien, schöne adventzeit wünschen wir euch und weiterhin schöne reisen lg (Usch)I und Er(nst) wagner
Hallo, ihr beiden ‚Kistenreisenden‘,
France Passion ist ein Verzeichnis in Taschenbuchform, keine Karte im eigentlichen Sinne. Es enthält allerdings eine Übersichtskarte von Frankreich mit den farbig gekennzeichneten Regionen und zu jeder Region eine grobe Übersichtskarte. Die Ausgabe 2016 gibt es vermutlich erst im kommenden Frühjahr, denn die Ausgabe 2015 ist bis Ostern 2016 gültig.
Das entsprechende spanische Verzeichnis „España Discovery“ soll es laut ‚Reisemobil International‘ im selben Verlag geben, dort wird es (zur Zeit?) aber nicht gelistet: http://reisemobil-international.de/espana-discovery/ . Hier habe ich noch eine andere Quelle gefunden: http://www.espana-discovery.es/de/products . Aber das ist auch die 2015-Ausgabe.
Viel Spaß bei euren weiteren Reisen,
Herumkommer und Frau Rumkommer
Hallo ihr zwei rumkommer,
Wir möchten dieses Jahr auch zum ersten Mal mit einem kleinen WoMo in den Urlaub.
Was meint, wie realistisch ist es Frankreich zu umrunden in drei Wochen? Ist das eurer Meinung/Erfahrung nach machbar?
Liebe Grüße Nata
Hallo Nata,
drei Wochen sind sehr sportlich für eine Umrundung des großen Landes. Aber man kann ja jederzeit abbrechen und ein anderes Mal die Reise fortsetzen. Die Entfernung nach bzw. von zu Hause ist ja überschaubar.
Freundliche Grüße,
Krim Grüttner und Reinhard Prinzmeier
Liebe (He-) Rumkommer,
einen super Beitrag habt Ihr hier auf die Beine gestellt. Da bekommt man direkt Fernweh und würde gerne den nächsten Camper mieten. Besonders Vendée sieht traumhaft aus – Merciii!